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27. Mai 2019, 15:47 Uhr

Europawahl 2019

Wo die Grünen vorn liegen - und wo die AfD

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Die SPD: dezimiert. Die Union: geschwächt. Stattdessen dominieren vielerorts die Grünen - oder die AfD. Diese Karten zeigen, wo die Europawahl entschieden wurde.

Auf den Ersten Blick scheint zumindest für eine Volkspartei noch alles in Ordnung: CDU und CSU dominierten bei der Europawahl in drei Vierteln der deutschen Regionen: Die Unionsparteien wurden in 304 der 401 kreisfreien Städte und Landkreise stärkste Kraft. Das geht aus dem regional aufgeschlüsselten Wahlergebnis hervor, das der Bundeswahlleiter am Montagmorgen veröffentlicht hat.

Die SPD holte in nur noch 18 Kreisen mehr Stimmen als alle anderen Parteien, 2014 waren es noch 92 Kreise. Die Sozialdemokraten liegen nun hinter den Grünen, die in 49 Kreisen stärkste Kraft wurden, und der AfD, die in 30 Kreisen dominierte.

Die Union dominiert traditionell in Bayern: Hier holte die CSU ihr bestes Ergebnis im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen mit 58,7 Prozent. Die Schwesterpartei CDU schrammte im Emsland, einer ihrer niedersächsischen Hochburgen, knapp an der absoluten Mehrheit vorbei und erzielte 49,3 Prozent. In den Städten schneidet die Union deutlich schwächer ab, ihr schlechtestes Ergebnis holte sie in Potsdam (12,5 Prozent).

Bei den Grünen ist es umgekehrt: Sie erfahren traditionell in den Städten die höchste Zustimmung. In Unistädten wie Freiburg, Münster und selbst München wurden sie stärkste Kraft. Mittlerweile dominiert die Partei aber auch mehrere Landkreise, unter anderem in Schleswig-Holstein, der Heimat von Parteichef Robert Habeck. Im Osten tun sich die Grünen außerhalb der Städte schwer. Ihr schlechtestes Ergebnis fuhren sie im thüringischen Kyffhäuserkreis ein, wo sie noch nicht mal fünf Prozent der Stimmen bekam.

Die SPD liegt nur noch in ihren größten Hochburgen, etwa im Norden Hessens, vorn. Ihr bestes Ergebnis holte sie im niedersächsischen Emden (29 Prozent). Ansonsten sind die Sozialdemokraten in großen Teilen von der Siegerkarte verschwunden. Im Osten und Süden Deutschlands haben sie es schwer, erzielten zum Teil noch nicht mal fünf Prozent. Ihr schlechtestes Ergebnis bekommt die SPD in der CSU-Hochburg Straubing-Bogen (4,4 Prozent).

Die AfD ist im Osten Deutschlands deutlich stärker als im Westen. Vor allem in Sachsen und Brandenburg dominiert sie die Europawahl. Ihr bestes Ergebnis bekommt sie im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (32,9 Prozent). Am schlechtesten schneidet die Partei in Gegenden ab, die die Grünen dominieren: In Münster kommt die AfD auf nur vier Prozent.

Die Linke ist, wie auch die AfD, in Ostdeutschland am stärksten, schafft es aber selbst dort nirgendwo mehr, stärkste Kraft zu werden. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie im thüringischen Suhl. In der CSU-Hochburg Straubing-Bogen kommt sie hingegen auf gerade mal 1,2 Prozent.

Die FDP holt ihre besten Ergebnisse in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Ihren Topwert 9,8 Prozent erzielte sie im Landkreis Reutlingen. Im Osten Deutschlands und vor allem in Bayern schwächeln die Liberalen. Ihr schlechtestes Ergebnis holen sie im bayerischen Landkreis Cham (1,7 Prozent).

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