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Möglicher Rezo-Effekt Union verliert vor allem junge Wähler

Ist das historisch schlechte Europawahl-Ergebnis der Union auch eine Folge der "Zerstörung" durch YouTuber Rezo? Bei den jungen Wählern hat sich der Stimmanteil der Christdemokraten laut Umfragen mehr als halbiert.

Bei den Hochrechnungen zur Europawahl zeichnen sich deutliche Verluste für die Union ab. CDU und CSU steuern auf das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte auf europäischer Ebene zu. Das liegt auch an den jungen Wahlberechtigten, die sich von der Union abgewendet haben.

Laut ARD kommt die Union bei den 18- bis 24-Jährigen nur auf elf Prozent der Stimmen. Bei der Europawahl 2014 hatte sie in dieser Altersgruppe noch 27 Prozent erreicht. Ein leichter Abwärtstrend war schon danach bemerkbar. Bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren stimmten aber immerhin noch 24 Prozent der 18- bis 24-Jährigen für die Union.

Hängt der deutliche Einbruch womöglich auch mit dem Rezo-Video zusammen? Unter dem Titel "Die Zerstörung der CDU" hatte der YouTuber die Politik der Union 55 Minuten lang scharf kritisiert. Das Video wurde mehr als elf Millionen Mal angeklickt und sammelte eine Million Likes.

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"Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD", hatte Rezo unter anderem gefordert. Die Sozialdemokraten kamen bei den 18- bis 24-Jährigen sogar nur auf acht Prozent der Stimmen.

Stärkste Kraft bei den jungen Wählerinnen und Wählern wurden mit deutlichem Abstand die Grünen, für die laut einer Umfrage 33 Prozent der unter 30-Jährigen stimmten. Vor fünf Jahren hatten sich noch 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen für die Grünen entschieden, bei der Bundestagswahl 2017 erhielten sie in dieser Altersgruppe 13 Prozent der Stimmen.

mmm/afp
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