Fakten auf einen Blick Wie Europa wählt

Es ist ein Urnengang der Superlative: Rund 400 Millionen Menschen sind bei der Europawahl stimmberechtigt. Wann wird gewählt? Und wie viele Abgeordnete bekommt jedes Land?

EU-Parlament in Straßburg
Genevieve Engel/ EP Architecture Studio/ EU

EU-Parlament in Straßburg

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Alle fünf Jahre wählen EU-Bürgerinnen und -Bürger Abgeordnete für das europäische Parlament. Die diesjährige Wahl findet vom 23. bis 26. Mai statt. Der Wahlzeitraum erstreckt sich über mehrere Tage, um nationalen Gewohnheiten Rechnung zu tragen. In den meisten Ländern, so auch in Deutschland, wird traditionell am Sonntag gewählt. Sieben Staaten weichen davon ab:

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Offizielle Ergebnisse werden nach Schließung aller Wahllokale am 26. Mai ab 23 Uhr bekanntgegeben. Prognosen liegen abhängig vom Land bereits früher vor, in Deutschland am Wahlsonntag ab 18 Uhr.

Wie viele Abgeordnete hat jedes Land im Parlament?

Das ist abhängig von der Bevölkerungsanzahl. Je mehr Einwohner ein Land hat, desto mehr Sitze erhält es im Parlament. Die Mindestzahl liegt bei sechs Sitzen. So soll verhindert werden, dass kleinere Staaten unterrepräsentiert sind. Die Zahl der Abgeordneten bewegt sich so zwischen sechs und 96 (Deutschland als bevölkerungsreichstes Land). Insgesamt wird das Parlament nach der Wahl 751 Mitglieder umfassen.

Wie setzt sich das Parlament zusammen?

Um ihren politischen Einfluss zu stärken, bilden die nationalen Parteien im Europaparlament Fraktionen nach politischer Zugehörigkeit. Das nun scheidende Parlament bestand zuletzt aus acht Fraktionen und 749 Abgeordneten:

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Wie wird gewählt?

Die genaue Ausgestaltung der Wahl ist den Mitgliedsländern überlassen. In allen Ländern gilt aber die Verhältniswahl. Gewählt werden Parteien, nicht einzelne Personen, wobei teilweise die direkte Vergabe von Stimmen an Kandidaten möglich ist (Vorzugsstimmen). Vor der Wahl legen die Parteien ihre Kandidaten in Listen fest. Je mehr Stimmen eine Partei erhält, desto mehr der festgelegten Kandidaten entsendet sie ins EU-Parlament.

In manchen Ländern müssen Parteien eine Mindestanzahl an Stimmen erreichen, um ins EU-Parlament einziehen zu können (zwischen drei und rund fünf Prozent). In Deutschland existiert diese sogenannte Sperrklausel derzeit nicht.

Wer darf wählen?

In Deutschland sind alle Staatsbürger über 18 Jahren wahlberechtigt, die einen deutschen Wohnsitz haben (seit mindestens drei Monaten). Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme. Österreich ist das einzige EU-Land, in dem bereits ab 16 Jahren gewählt werden kann. Europaweit sind rund 400 Millionen Menschen wahlberechtigt.

Stimmenfang #99 - Europawahl: So funktioniert's und das ist wirklich wichtig

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
hedele 23.05.2019
1. Die EFDD
nennt sich nun 5Stars & Brexit, die ENF ist dem Bündnis Salvini gewichen. wenigstens die Bezeichnungen sollten doch richtig sein. Alle europaweiten Umfrageergebnisse auch über lange Zeiträume finden sich unter Polls of Polls bei Politico.
charly05061945 23.05.2019
2. Einigkeit
Die Einigkeit der EU kann man schon allein daran ablesen dass man sich anscheinend nicht einmal auf so etwas Primitives wie einen einheitlichen Wahltermin einigen konnte. Wahltermine von Donnerstag bis Sonntag - wie in einem Entwicklungsland!
DanielHammer 23.05.2019
3.
Wie sieht es eigentlich mit der Berichterstattung aus, das Russland wieder mal was beeinflusst, also die Wahl (wie auch letztlich bei allem). Bitte auch die Antwort, wie das laufen soll - Facebook und alle wählen nun was ? - und mit was für ein Ziel.
bigroyaleddi 23.05.2019
4. Ist ja ein furchtbares Bild
welches Sie da entwerfen. Ich kann nur inbrünstig hoffen, dass von diesen vielen Menetekel keines eintreffen wird. Oder zumindest nicht so krass, wie man es nach diesen Zeilen befürchten müsste. Warten wir mal ab bis Sonntag 23 h, dann werden wir - hoffentlich - ein wenig schlauer sein. Im Übrigen haue ich jeden, der mir über den weg kommt an, gefälligst am Sonntag wähen zu gehen. Vielleicht hilfts ja.
joomee 23.05.2019
5. Meckern
Zitat von charly05061945Die Einigkeit der EU kann man schon allein daran ablesen dass man sich anscheinend nicht einmal auf so etwas Primitives wie einen einheitlichen Wahltermin einigen konnte. Wahltermine von Donnerstag bis Sonntag - wie in einem Entwicklungsland!
Die Lust am Meckern kann man schon alleine daran ablesen, dass man sich auch an jeder noch so winzigen Kleinigkeit stört. Wenn Sie den Artikel gelesen hätten, wüssten Sie das man auf die in den Ländern üblichen Wahl-Modalitäten Rücksicht genommen hat. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten Leute wie Sie wieder gejammert, dass die EU alles noch so unwichtige aus Prinzip gleichschalten will... Man merkt halt, dass Sie der EU nicht wohlgesonnen sind. Dann findet man immer ein Haar in der Suppe - im Zweifelsfall schüttelt man eben so lange den Kopf über den Teller bis eines hinein fällt.
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