SPON-Umfrage Union und SPD drohen Verluste bei der Europawahl

CDU und CSU liegen kurz vor der Europawahl zwar in Führung. Aber wie die SPD muss auch die Union laut einer SPON-Umfrage mit Verlusten rechnen. Einen Rücktritt von Kanzlerin Merkel lehnt eine Mehrheit ab.
Der Spitzenkandidat der EVP: Manfred Weber und optimistische Anhänger

Der Spitzenkandidat der EVP: Manfred Weber und optimistische Anhänger

Foto: CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX

Vier Tage haben die Wähler noch Zeit, sich zu entscheiden. Einer Umfrage zufolge drohen CDU, CSU und SPD bei der Europawahl deutliche Verluste. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE.

Die Union wäre mit 29 Prozent zwar nach wie vor die stärkste Kraft. Ein Ergebnis deutlich über der 30-Prozent-Marke wie bei der Europawahl im Jahre 2014 könnten CDU und CSU aber klar verpassen. Vor fünf Jahren holte die Union 35,3 Prozent.

Mit ihrem Spitzenkandidaten Manfred Weber kommen CDU und CSU jetzt im Vergleich zur Befragung vor einer Woche auf noch einmal rund 1,3 Prozentpunkte weniger (Stichprobenfehler: 2,5 Prozent).

Aber egal wie die Abstimmung über Europa am Sonntag für die Union ausgeht - die Kanzlerin genießt offenbar weiter das Vertrauen der Wähler. "Sollte Angela Merkel Ihrer Meinung nach bei einem schlechten Abschneiden der CDU/CSU bei der Europawahl vorzeitig zurücktreten?", lautete die Frage. Rund 59 Prozent lehnten einen Rücktritt ab: knapp jeder Vierte antwortete mit "eher nein", mehr als 35 Prozent sagten "Nein, auf keinen Fall" (Stichprobenfehler: 2,5 Prozent). Bei den Anhängern der Union wollen insgesamt sogar knapp 75 Prozent nicht, dass Merkel vorzeitig abtritt.

Ganz anders sehen es die AfD-Anhänger: 85 Prozent dieser Gruppe forderten einen Rücktritt von Merkel.

Hinter der Union kämpfen die Grünen und die SPD bei der Europawahl um Platz zwei in Deutschland. Die Grünen liegen nach wie vor mit rund 18 Prozent vor den Sozialdemokraten, für die knapp 16 Prozent stimmen würden. Im Vergleich zur vorherigen Befragung verliert die SPD mit rund einem Prozentpunkt aber mehr als die Grünen, die ihr Ergebnis fast halten können.

Die AfD rangiert mit etwas mehr als zwölf Prozent erneut auf Platz vier. Die Rechtspopulisten legen dabei im Vergleich zur Befragung vor einer Woche rund eineinhalb Prozentpunkte zu.

Die Plätze fünf und sechs machen die Linken und die Liberalen unter sich aus. Die Linken kommen auf rund sieben Prozent und können ihren Wert damit in etwa halten. Für die FDP entscheiden sich rund sechs Prozent, was im Vergleich zur Vorwoche einen Verlust von fast einem Prozentpunkt bedeutet.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.