Ursachenforschung bei der CDU Kramp-Karrenbauer gesteht Versäumnisse bei Klimapolitik ein

Nach dem Absturz bei der Europawahl hat die CDU schnell einen möglichen Grund ausgemacht: Man habe Nachholbedarf bei der Klimapolitik. Und dann ist da auch noch dieser YouTuber.

CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer
DPA

CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer


Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat nach der Wahl zum Europaparlament Defizite in der Klimaschutzpolitik eingeräumt. Weder vertrete die Regierung sehr glaubwürdig, wie sie die Klimaschutzziele erreichen wolle, noch habe die Partei programmatisch schon die Antworten hierfür, sagte Kramp-Karrenbauer in der ARD. Das sei "genau die Baustelle, (...) die wir als CDU haben".

Bei der Wahl zum europäischen Parlament erlebte die CDU einen historischen Tiefpunkt: Die Union verlor sieben Prozentpunkte im Vergleich zu den Europawahlen 2014 verloren und kommt auf rund 28 Prozent. Die EVP mit CSU-Mann Weber an der Spitze verlor EU-weit rund sechs Prozentpunkte.

Auch der CDU-Bundesvorsitzende Volker Bouffier machte die Klimapolitik als eine mögliche Ursache für die Verluste aus: "Das ist ein Thema, das klassischerweise nicht mit der CDU verbunden wird", sagte der hessische Ministerpräsident. Seine Partei müsse sich "intensiv Gedanken machen, wie unsere Antwort aussieht".

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) rief die Union derweil auf, der Klima- und Umweltpolitik in den nächsten Monaten mehr Gewicht zu geben. Karliczek sagte: "Dabei müssen wir deutlich machen, was bisher erreicht wurde und welche großen Anstrengungen bereits laufen. Dies ist bei den Bürgern und auch gerade bei den jüngeren Menschen offensichtlich zu wenig bekannt."

YouTuber Rezo: "Die Zerstörung der CDU"

Zuletzt hatte ein Video des Youtubers Rezo mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU" von YouTuber Rezo bei der Union für Aufregung gesorgt. Darin kritisiert der YouTuber die Klimapolitik von CDU und CSU scharf, das Video wurde inzwischen mehr als zwölf Millionen Mal aufgerufen.

Die Reaktion der Partei auf das Anti-CDU-Video sei nicht gelungen, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Und auch er erklärte: Die Partei habe es versäumt, beim Thema Klimaschutz Kompetenz zu vermitteln.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak kündigte an, stärker den Dialog mit jungen Menschen suchen zu wollen. Wahlanalysen zeigen, dass CDU und CSU bei den Unter-30-Jährigen inzwischen weit abgeschlagen hinter den Grünen liegen. Als Reaktion auf das Rezo-Video hatte die CDU erst eine Antwort in Form eines eigenen Videos angekündigt - dieses Versprechen schließlich aber nicht eingelöst.

lmd/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.