Europawahl Union und SPD drohen Verluste

Bei der Europawahl am 13. Juni müssen CDU/CSU und SPD gegenüber dem Urnenengang vor fünf Jahren mit Einbußen rechnen. Laut einer neuen Umfrage dürften die größten Gewinner die Grünen und die Liberalen werden.


FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin: Gewinnen dürften die Liberalen und die Grünen
DDP

FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin: Gewinnen dürften die Liberalen und die Grünen

Hamburg - Laut einer heute veröffentlichten Erhebung des Forsa-Instituts dürften CDU und CSU zwar wieder klar vorne liegen - gegenüber der letzten Wahl vor fünf Jahren müssen sie aber mit Einbußen rechnen. Allerdings würde auch der Anteil der SPD noch einmal deutlich zurückgehen, während Grüne und FDP mit einem deutlichen Zuwachs rechnen können.

Die Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" und RTL zur Europawahl sieht CDU und CSU zusammen bei 45 Prozent gegenüber 48,7 Prozent im Jahre 1999. Auch im Vergleich zur letzten Erhebung vor drei Wochen bedeutet dies einen Rückgang um drei Prozentpunkte. Die SPD könnte aber in keiner Weise von den Verlusten der Unionsparteien profitieren und würde von 30,7 auf 26 Prozent abrutschen.

Dagegen könnten sich die Stimmen für die Grünen von 6,4 auf 14 Prozent mehr als verdoppeln. Die vor fünf Jahren mit genau drei Prozent gescheiterte FDP könnte der Umfrage zufolge mit sechs Prozent diesmal wieder Europaparlamentarier stellen. Die PDS muss weiter zittern: Sie käme der Umfrage zufolge auf 5 Prozent nach 5,7 Prozent bei der letzten Wahl.

Allerdings haben erst 43 Prozent der Stimmberechtigten bereits entschieden, wie sie bei der Europawahl am 13. Juni abstimmen werden. 57 Prozent der 2502 Befragten wissen dagegen noch nicht, wem sie ihre Stimme geben werden.

Bei der parallel gestellten Frage nach den bundespolitischen Präferenzen ergab sich ein ähnliches Bild: Hier stiegen CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche wieder um zwei Punkte auf jetzt 48 Prozent. Auch die SPD konnte sich demnach um einen Punkt auf 27 Prozent verbessern. Die Grünen büßten dagegen zwei Punkte ein und bekämen zehn Prozent der Stimmen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Für die FDP würden unverändert sieben Prozent stimmen. Die PDS liegt nach dem Verlust eines Punktes nur noch bei vier Prozent.

CDU verliert absolute Mehrheit in Thüringen

In Thüringen, wo zusammen mit dem Europaparlament am übernächsten Sonntag auch über den neuen Landtag entschieden wird, droht der CDU der Verlust der absoluten Mehrheit. Einer weiteren Forsa-Umfrage zufolge käme die CDU nur noch auf 43 Prozent gegenüber 51 Prozent 1999. Für die SPD würden nach der Erhebung unter 1002 Wahlberechtigten 20 Prozent stimmen. Das wäre ein kleiner Zuwachs gegenüber den 18,5 Prozent bei der letzten Landtagswahl.

Leicht verbessern könnte sich laut Umfrage auch die PDS, nämlich von 21,3 auf 23 Prozent. Die Grünen würden danach mit sechs Prozent wieder in den Landtag einziehen, nachdem sie vor fünf Jahren noch mit 1,9 Prozent gescheitert waren. Weiter außerparlamentarisch bliebe dagegen die FDP mit drei Prozent.

Nachdem der SPD-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Christoph Matschie erklärt hat, dass es keine Zusammenarbeit seiner Partei mit der PDS geben werde, könnte es folglich zu einer großen Koalition oder zum ersten schwarz-grünen Bündnis auf Landesebene kommen.



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