Wahlkampfdebatte der EU-Spitzenkandidaten Weber und Timmermans wollen Kerosin-Steuer einführen

Wird fliegen künftig teurer? Wenn es nach den beiden Spitzenkandidaten von Konservativen und Sozialdemokraten bei der Europawahl geht, dann schon.
In einer Fernsehdebatte in der ARD standen sich Manfred Weber (links) und Frans Timmermans gegenüber.

In einer Fernsehdebatte in der ARD standen sich Manfred Weber (links) und Frans Timmermans gegenüber.

Foto: Rolf Vennenbernd/DPA

Die Spitzenkandidaten der beiden größten europäischen Parteien wollen die Steuervorteile für Kerosin abschaffen.

Fluglinien müssten für den Flugtreibstoff derzeit wegen internationaler Vereinbarungen keine Steuern zahlen, während die Bahn und Autofahrer zur Kasse gebeten würden, sagte Manfred Weber, Fraktionschef der konservativen Europäischen Volkspartei in der ARD-Wahlarena.

Die Ungerechtigkeit führe dazu, dass Fliegen deutlich billiger sei als andere Verkehrsmittel, sagte Weber. "Die Bevorzugung des Fluggeschäfts muss beendet werden." Dann hätte auch die Bahn wieder bessere Chancen im Wettbewerb. Auch sein sozialdemokratischer Rivale Frans Timmermans will Kerosin "unbedingt und schnell" besteuern. "Wenn es auf internationaler Ebene nicht gelingt, müssen wir die Steuer EU-weit einführen", sagte der Niederländer.

Bei der CO2-Steuer waren sich die beiden Kandidaten dagegen uneinig. Weber plädierte für "Innovationen" und dafür, die Ärmsten und Schwächsten vor höheren Sprit- und Heizölpreisen zu schützen. Timmermans blieb hingegen bei seiner Forderung nach einer solchen Abgabe.

Kampf um Juncker-Nachfolge

Weber und Timmermans ziehen als europaweite Spitzenkandidaten ihrer jeweiligen Fraktionen in den Wahlkampf für den EU-Urnengang am 26. Mai. Der Sieger darf sich Hoffnungen auf die Nachfolge von Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident machen. 2014 hatten sich die EU-Staaten auf das Prinzip geeinigt, dass der Spitzenkandidat der erfolgreichsten Fraktion Kommissionspräsident werden soll. Die EVP dürfte jüngsten Wahlumfragen zufolge im nächsten Parlament mit 24 Prozent stärkste Kraft bleiben. Die Sozialdemokraten würden ihren Stimmanteil bei 20 Prozent halten.

hba/dpa
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