Brandenburg Grünen-Schatzmeister finanzierte Prostituierte mit Parteigeld

Er ist angeklagt, knapp 300.000 Euro veruntreut zu haben - nun gestand der frühere Schatzmeister der Grünen in Brandenburg die Taten. Der 34-Jährige sagte vor Gericht, er habe das Geld für zwei Prostituierte ausgegeben.
Ex-Schatzmeister Goetjes vor Gericht: Veruntreuung von Parteigeldern

Ex-Schatzmeister Goetjes vor Gericht: Veruntreuung von Parteigeldern

Foto: dapd

Potsdam - Der frühere Schatzmeister der Brandenburger Grünen, Christian Goetjes, hat Untreue-Vorwürfe gegen ihn gestanden. Er habe von Januar 2009 bis Februar 2011 immer wieder Gelder von Partei- auf Privatkonten überwiesen und Bargeld aus der Parteikasse genommen, sagte der 34-Jährige am Montag vor dem Landgericht Potsdam.

Dabei sagte er aus, er habe das von ihm veruntreute Parteigeld für zwei Prostituierte ausgegeben. Er habe die Frauen jeweils als Freier in Berlin kennengelernt und sei mit ihnen eine private Beziehung eingegangen, sagte der 34-Jährige am Montag zum Prozessauftakt vor dem Potsdamer Landgericht. Goetjes wird vorgeworfen, sich als Schatzmeister des Landesverbandes am Parteivermögen bereichert und einen finanziellen Schaden von 289.000 Euro verursacht haben.

Eine der beiden Frauen sei heroinabhängig gewesen, sagte Goetjes. Er habe ihr für 20.000 Euro einen Entzug finanziert. Später sei er mit einer weiteren Prostituierten liiert gewesen. In dieser Beziehung sei er selbst das Betrugsopfer gewesen, sagte er. Die Frau habe ihm vorgegaukelt, Geld für den Krankenhausaufenthalt ihrer Schwester zu brauchen und von einem privaten Kreditgeber erpresst zu werden. Insgesamt habe er ihr 200.000 Euro gegeben, sagte Goetjes. Anschließend sei sie abgetaucht.

Rund 206.000 Euro soll Goetjes laut Anklage von Konten der Landespartei, des Kreisverbandes Oberhavel und des Vermögensverwaltungsvereins der Partei auf seine Privatkonten transferiert haben. Außerdem soll er privat veranlasste Rechnungen in Höhe von knapp 14.000 Euro über die Parteikonten beglichen und 54.200 Euro in bar abgehoben haben. Goetjes bestätigte alle Vorwürfe im Wesentlichen.

Im Februar 2011 hatte der Schatzmeister überraschend alle Parteiämter niedergelegt und war danach untergetaucht. Ende März 2011 fand ihn die Polizei in Berlin-Wedding und nahm ihn vorübergehend fest. In einem Zivilrechtsverfahren im Frühjahr 2012 hatte der Landesvorstand das Angebot des angeblich mittellosen Goetjes akzeptiert, wenigstens 65.000 Euro zurückzuzahlen.

fab/dpa/dapd