Urteil in Brandenburg Ex-Grünen-Schatzmeister muss ins Gefängnis

Der frühere Schatzmeister der Brandenburger Grünen muss in Haft: Christian Goetjes wurde zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte sich aus der Parteikasse bedient und rund 270.000 Euro veruntreut - angeblich um zwei befreundeten Prostituierten zu helfen.
Goetjes vor Gericht: Dreieinhalb Jahre Haft

Goetjes vor Gericht: Dreieinhalb Jahre Haft

Foto: Bernd Settnik/ dpa

Potsdam - Der Ex-Schatzmeister der Brandenburger Grünen, Christian Goetjes, muss wegen der Veruntreuung von rund 270.000 Euro Parteigeld ins Gefängnis. Das Landgericht Potsdam verurteilte ihn am Montag zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe.

Zum Prozessauftakt hatte Goetjes zugegeben, sich systematisch bedient zu haben - angeblich, um zwei befreundeten Prostituierten zu helfen. Sein Verteidiger hatte eine Bewährungsstrafe gefordert. Dem folgte das Gericht nicht.

Laut Urteil hat sich Goetjes in 261 Fällen der gewerbsmäßigen Untreue schuldig gemacht . Zwischen Januar 2010 und Februar 2011 habe der 35-Jährige insgesamt rund 270.000 Euro abgezweigt, sagte Richter Jörg Tiemann. Das Gericht setzte den Haftbefehl wieder in Vollzug, so dass Goetjes ab sofort in Haft kommt.

Während des Prozesses gab es neue Hinweise vom Landeskriminalamt Berlin. danach soll der Ex-Schatzmeister der Grünen einen Escort-Service mit bulgarischen Prostituierten betreiben. "Es gibt Anhaltspunkte, dass der Angeklagte Huren für Haus- und Hotelbesuche vermittelt", sagte Richter Tiemann Mitte November. Goetjes habe offenbar sogar noch während oder nach der Hauptverhandlung in der vergangenen Woche Prostituierte an Freier vermittelt.

heb/dpa
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