Job für Ex-Präsidenten Wulff kommt offenbar in Wirtschaftskanzlei unter

Noch läuft der Korruptionsprozess gegen Christian Wulff. Laut "Focus"-Bericht ist nun klar, wo der ehemalige Bundespräsident in Zukunft arbeiten will. In einer Wirtschaftskanzlei soll er türkische und arabische Unternehmen als Kunden gewinnen.

Wulff vor Gericht: Will ab März wohl wieder als Rechtsanwalt arbeiten
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Wulff vor Gericht: Will ab März wohl wieder als Rechtsanwalt arbeiten


Hamburg - Zurück zu den Wurzeln: Der frühere Bundespräsident arbeitet laut "Focus" ab März wieder als Rechtsanwalt. Christian Wulff fange bei einer großen Wirtschaftskanzlei an, berichtete das Magazin und verweist auf nicht näher benannte eigene Informationen. In seinem neuen Job solle Wulff Unternehmen aus der Türkei und der arabischen Welt, die in Deutschland geschäftlich tätig sein wollten, als Mandanten gewinnen.

Obwohl im Korruptionsprozess gegen Wulff am Donnerstag bereits das Schlussplädoyer gehalten worden war, ist vor dem Landgericht Hannover noch nichts entschieden. Dabei hatte der Staatsanwalt den Altbundespräsidenten scharf angegriffen: "Ich konnte mir nicht vorstellen, wie leichtfertig Sie selbst Unzutreffendes verbreiten", sagte Eimterbäumer. Er habe die Ermittlungen ergebnisoffen, transparent und fair geführt. Wulff habe eine verzerrte Wahrnehmung.

Urteil am Donnerstag?

Der CDU-Politiker steht seit Mitte November wegen Vorteilsannahme im Amt als niedersächsischer Regierungschef in Hannover vor Gericht. Er soll sich 2008 während eines Oktoberfestbesuchs in München von Filmmanager David Groenewold einen Teil der Kosten für Hotel und Essen bezahlt haben lassen. Im Gegenzug soll Wulff bei der Siemens-Spitze um Unterstützung für ein Filmprojekt Groenewolds geworben haben.

Für den kommenden Donnerstag wird das Urteil erwartet. Sollte das Gericht aber der Forderung der Staatsanwaltschaft nachkommen, könnte sich der Prozess noch weiter in die Länge ziehen.

Wulff habe während des Prozesses mehrere berufliche Angebote erhalten, unter anderem für Aufsichtsratsposten, berichtete der "Focus". Diese habe der Ex-Präsident aber abgelehnt. Wulff war am 17. Februar 2012 vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet hatte.

vek/AFP

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derandersdenkende, 23.02.2014
1. Ob er als Lobbyist noch zu gebrauchen ist, wird sich zeigen
Zitat von sysopGetty ImagesNoch läuft der Korruptionsprozess gegen Christian Wulff. Laut "Focus"-Bericht ist nun klar, wo der ehemalige Bundespräsident in Zukunft arbeiten will. In einer Wirtschaftskanzlei soll er türkische und arabische Unternehmen als Kunden gewinnen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ex-praesident-wulff-kommt-offenbar-in-wirtschaftskanzlei-unter-a-955188.html
Zumal ihm viele mißgünstige auf die Finger sehen werden. Als Politiker war er nicht mehr vermittelbar. Vielleicht hätte er Leute wie Hoeneß im Strafverfahren verteidigen können, schon wegen der geistigen Nähe? Verhungern wird Herr Wulff jedenfalls nicht. Und er wird auch nicht zur Tafel müssen, wie viele Deutsche vor, während und nach seiner Amtszeit!
katzenheld1 23.02.2014
2. Gute Nachricht, wenn ...
Zitat von sysopGetty ImagesNoch läuft der Korruptionsprozess gegen Christian Wulff. Laut "Focus"-Bericht ist nun klar, wo der ehemalige Bundespräsident in Zukunft arbeiten will. In einer Wirtschaftskanzlei soll er türkische und arabische Unternehmen als Kunden gewinnen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ex-praesident-wulff-kommt-offenbar-in-wirtschaftskanzlei-unter-a-955188.html
Ich hoffe sehr, dass damit wenigstens > erstens „die „übliche“ nachamtliche Ausstattung ehemaliger Bundespräsidenten, also ein Büro mit Bürokraft, persönlichem Referenten, eine Limousine samt Chauffeur entfällt. > zweitens sein „Ehren“sold von 217.000 EUR p.a. gekürzt wird um den Betrag, den die Arbeitskraft Wulffs der Wirtschaftskanzlei wert ist. Wenn beides der Fall ist, wünsche ich Herrn Wulff alles Gute für seinen weiteren beruflichen und privaten Lebensweg. Er hat sich stets bemüht, die ihm gestellten Aufgaben zu Volkes Zufriedenheit zu erfüllen. Vor allem stand er Kunden und Interessenten interessiert gegenüber und versuchte sein vorhandenes Potantial jederzeit zum Nutzen des Amtes und darüber hinaus seines Trägers mit gutem Erfolg einzusetzen. Dies gelang ihm in hervorragendem Maße.
jautaealis 23.02.2014
3. Staatsanwälte sind und bleiben ...
... unerträglich in ihrem durch die gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen zu ihrer Tätigkeit begünstigten Narzissmus!
gamh 24.02.2014
4. Aladdin und die Wunderrolex
An Wulff´s Jura-Expertise liegt es sicher nicht, dass er dieses Anstellungsangebot bekam. Damit kann´s doch wohl nicht weit her sein. Wenn selbst ein Ex-Richter, wie Oppermann , den Überblick, was Recht und Gesetz betrifft, in der Politik verliert, so hat Wulff als Ex-Ministerpräsident und -Bundespräsident den erst recht nicht mehr, wenn er ihn jemals hatte, was ich bezweifle. Vorsicht ist dann künftig beim Deutschen Zoll angeraten. Bei Kunden aus der Türkei und der arabischen Welt ist nach Auslandsreisen des Herrn künftig besonders auf ¨geschenkte Mitbringsel¨ à la Rummenigge zu achten. Bei Wulff´s Rechtsbewusstsein und Anstandsgebaren wird da von freiwilliger Deklaration von zollpflichtigen Waren nicht auszugehen sein. Gruss, gamh
regardlessfreeregardlessf 24.02.2014
5. Gratuliere .....
türkische und arabische--- der richtige Mann... für diesen Job.....mit der geistigen Nähe...für den türkisch arabischen Basar .....
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