SPD-Politiker Ex-Regierungssprecher Klaus Bölling ist tot

Journalist, Politiker, Regierungssprecher: Der deutsche Publizist Klaus Bölling ist tot. Er war ein enger Vertrauter des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt.
Klaus Bölling mit dem damaligen Kanzler Schmidt (1977): Enger Vertrauter

Klaus Bölling mit dem damaligen Kanzler Schmidt (1977): Enger Vertrauter

Foto: dpa/ picture alliance / dpa

Hamburg - Klaus Bölling gilt als einer der leidenschaftlichsten Journalisten der Nachkriegszeit. Seine Karriere begann 1947, nach Angaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg arbeitete er von diesem Jahr an als Redakteur beim Berliner "Tagesspiegel".

Später ging der gebürtige Potsdamer zum Westdeutschen Rundfunk (WDR). 1963 entwickelte er zusammen mit Gerd Ruge beim NDR die Sendung "Weltspiegel". 1969 wechselte Bölling nach Washington und leitete dort vier Jahre lang das ARD-Studio. Anschließend übernahm er das Intendantenamt bei Radio Bremen. 1974 holte ihn der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) als Sprecher der Bundesregierung nach Bonn.

Böllings Zeit als Regierungssprecher war maßgeblich geprägt durch die Terroranschläge der Roten Armee Fraktion (RAF). Während der Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" durch ein palästinensisches Kommando 1977 hielt Bölling Kontakt zu den Flugzeugentführern im somalischen Mogadischu. Die Kidnapper hatten mit der Entführung RAF-Terroristen aus deutschen Gefängnissen freipressen wollen. Die Passagiere der "Landshut" wurden jedoch durch die Anti-Terror-Einheit GSG 9 befreit.

"Die fernen Nachbarn"

Im Februar 1981 wurde Bölling Nachfolger von Günter Gaus als Ständiger Vertreter der Bundesrepublik in der damaligen DDR. Ein Jahr später kehrte das SPD-Mitglied jedoch in das Amt des Regierungssprechers zurück und übte diese Tätigkeit bis zum Ende der sozialliberalen Koalition 1982 aus. In den folgenden Jahren war Bölling wieder vorrangig als Journalist tätig, auch für den SPIEGEL: etwa mit Beiträgen über die deutsch-deutschen Beziehungen .

Zudem schrieb Bölling zahlreiche und vielbeachtete Bücher. Ein großes Echo erzeugte der Titel "Die fernen Nachbarn - Erfahrungen in der DDR" aus dem Jahr 1983.Im SPIEGEL wurde der Band von Wolfgang Seiffert besprochen , einem der besten zeitgenössischen Kenner der DDR-Politik.

Jetzt starb Klaus Bölling laut "Tagesschau"  nach übereinstimmenden Informationen des Bayerischen Rundfunks und des Rundfunks Berlin-Brandenburg im Alter von 86 Jahren.

bos/AFP