Streit über "Extra 3"-Satire Führende Unionspolitiker kritisieren Erdogan

In der Union wächst der Unmut über die Zurückhaltung der Bundesregierung gegenüber der Türkei. Verkehrsminister Dobrindt und andere fordern im SPIEGEL härtere Kritik am türkischen Präsidenten Erdogan.

Türkischer Präsident Tayyip Erdogan
REUTERS

Türkischer Präsident Tayyip Erdogan


Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte dem SPIEGEL: "Die Türkei liefert doch nahezu täglich neue Argumente, warum man Visaerleichterungen und beschleunigte Verhandlungen über einen EU-Beitritt kritisch sehen muss." Es dürfe nicht so weit kommen, "dass sich Europa von der Türkei erpressen lässt". (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 14/2016
Präsident Erdogans Feldzug gegen Freiheit und Demokratie

Das türkische Außenministerium hatte in der vergangenen Woche den deutschen Botschafter in Ankara einbestellt, um sich über ein satirisches Video der NDR-Sendung "Extra 3" zu beschweren, in der Erdogan verspottet wird. Außerdem hatte der türkische Präsident westliche Diplomaten kritisiert, die einen Prozess gegen türkische Journalisten beobachteten.

Die menschenrechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Erika Steinbach, sagte: "Ich sehe das Handeln von Herrn Erdogan als gezielte Provokation." Der türkische Präsident wolle deutlich machen, dass er für die Europäer unverzichtbar sei und sich alles leisten könne. "Wir dürfen jetzt nicht schweigen", sagte Steinbach.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer äußerte sich ähnlich. "Der Fall 'Extra 3' zeigt: Erdogans Angriff auf die Pressefreiheit ist ein Anschlag auf unser Grundgesetz." Die Türkei habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter von den Werten der EU entfernt. "Diese Defizite müssen von allen Demokraten klar kritisiert werden", so Scheuer.

Im Video: Politiker kritisieren Erdogan-Reaktion auf "extra 3"

Extra 3 /NDR

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.

insgesamt 141 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
chiefseattle 01.04.2016
1. Einbestellung
Der türkische Botschafter sollte bei jeder Journalistenverhaftung oder Kurdenbombardierung einbestellt werden. Also praktisch jeden Tag! Wenn das nicht hilft, könnte man den türkischen Machthaber in Europa einfach nicht mehr empfangen. Das Ding mit den Flüchtlingen geht ja sowieso schief!
ski123 01.04.2016
2. Jedenfalls
sollte sich endlich auch die Kanzlerin melden und das Vorgehen sehr energisch gegen das Vorgehn, bzw. die Einbestellung des Botschafters zu Wort melden. Aber von ihr hört man auch nach 1 Woche nichts.Eine Schande für unsere Pressefreiheit.
lezel 01.04.2016
3. nicht nötig
Die Bundesregierung braucht da gar nichts zu machen. Dass Erdogan sich so gern lächerlich macht, ist seine Sache, und er schafft es ja wirklich sehr gut allein. Die Bundesregierung ist nicht dafür zuständig, ihn in seiner Selbstdarstellung zu unterstützen.
sepp08 01.04.2016
4. Die Geister die ich rief,
Erdogan wird das Ass Flüchtlinge gnadenlos ausspielen. Frau Merkel muss den Ball flach halten, ansonsten schickt die Türkei die Flüchtlinge wieder auf die Reise. Der Deal mit Erdogan wird zum Bumerang. Man muss Österreich und den Balkanstaaten dankbar sein, welche zur deutlichen Reduzierung der Flüchtlinge beigetragen hat. Frau Merkel immer noch kopf- und konzeptlos, denn keine ihrer Maßnahmen waren bislang von Erfolg gekrönt.
derjuergie 01.04.2016
5. Ich bin bestimmt kein Besserwisser
aber das habe ich kommen sehen. Und unsere Regierung wenn man sie so nennen darf zuckt zusammen und lässt sich demütigen. Es wird immer schlimmer mit immer größerer Geschwindigkeit.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.