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Extremismus Schäuble warnt vor Anschlägen radikaler Türken in Deutschland

Terrorgefahr hausgemacht: Innenminister Schäuble sieht Deutschland zunehmend durch das Phänomen eines "home-grown terrorism" bedroht. Der CDU-Politiker warnte vor Anschlägen radikaler türkischer Gruppen.
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Berlin - "Die Sicherheitsbehörden beobachten, dass sich bei einzelnen Türkischstämmigen eine gefährliche Neigung zum radikalen Islamismus entwickelt", sagte Schäuble der Tageszeitung "Die Welt". "Auch hat die wachsende Zahl von Menschen, die bei uns zum Islam konvertieren, durchaus etwas Bedrohliches", sagte der Innenminister weiter. In Deutschland wachse das Phänomen des "'home-grown terrorism', des Terrorismus, der gewissermaßen auf unserem eigenen Mist gewachsen ist".

Schäuble verwies insgesamt auf die anhaltende Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland und forderte erneut eine Reform des Luftsicherheitsgesetzes. "Es muss möglich sein, dass ein voll besetztes Passagierflugzeug, das in die Hände von Terroristen gefallen ist, abgeschossen wird", verlangte der Innenminister. Die terroristische Bedrohung sei "sehr ernst", auch wenn es aktuell keine besondere Gefährdung gebe. "Wir sind eines der Länder, das im weltweiten Kalkül des Terrorismus eine Rolle spielt", sagte er.

Die drei Oppositionsparteien im Bundestag wandten sich entschieden gegen den neuen Vorstoß zum Abschuss von Passagierflugzeugen. "Schäuble soll seine Attacken auf die Verfassung unterlassen", forderte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck in der "Netzeitung". Die FDP-Innenpolitikerin Gisela Piltz forderte Schäuble auf, er solle "Abstand von unnötiger Panikmache nehmen".

phw/AFP