Extremismus Starke Zunahme bei militanten Rechtsextremisten


Mainz - Die Zahl militanter Rechtsextremisten ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Wie der rheinland-pfälzische Innenminister Walter Zuber (SPD) bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes am Montag in Mainz sagte, wurden im Jahr 2000 bundesweit 9700 militante Rechtsradikale gezählt, 7,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Rechtsextremisten insgesamt sei dagegen um knapp ein Prozent gesunken.

Nach Zubers Worten registrierten die Verfassungsschützer im vergangenen Jahr in ganz Deutschland etwa 50.900 Rechtsextremisten. 1999 waren es noch rund 51.400 gewesen. Der deutsche Rechtsextremismus organisiert sich nach den Erkenntnissen der Verfassungsschützer in immer mehr Parteien, Organisationen und sonstigen Zusammenschlüssen. Die Zahl der Gruppierungen stieg binnen Jahresfrist von 134 auf 143.

Der Innenminister warnte in seinem Bericht nachdrücklich vor der NPD. Diese Organisation habe sich im vergangenen Jahr als aktivste und aggressivste aller rechtsgerichteten Parteien erwiesen. Die NPD habe als einzige rechtsextremistische Partei die Zahl ihrer Mitglieder steigern und durch Neuzugänge den Altersdurchschnitt ihrer Mitglieder senken können.

Der Minister erklärte, das wachsende Potenzial rechtsextremistischer Gewalttäter speise sich vor allem aus Aktivisten der Skinheadszene. Die Sogwirkung von Skinheadbands auf junge Leute habe sich im vergangenen Jahr fortgesetzt. Bei der Verbreitung ihrer Musik setzten die Bands zunehmend auf das Internet, wo Songs als leicht kopierbare Musikdateien eingestellt würden. Die Nutzung des Internets durch Rechtsextremisten wachse sprunghaft. So sei die Zahl einschlägiger Webadressen binnen Jahresfrist von 350 auf rund 800 gestiegen.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.