Privatsphäre von Nutzern verletzt Kalifornien geht gegen Facebook vor

"Wir haben kaum eine andere Wahl": Nach anderen US-Staaten hat nun auch Kalifornien Ermittlungen gegen Facebook eingeleitet. Das Unternehmen zeigt sich demnach alles andere als kooperativ.

Facebook: Auch in Kalifornien wegen mangelnden Datenschutzes im Fokus
Regis Duvignau/ REUTERS

Facebook: Auch in Kalifornien wegen mangelnden Datenschutzes im Fokus


Der Bundesstaat Kalifornien hat erstmals eine 18-monatige Untersuchung der Datenschutzpraktiken von Facebook bestätigt - und den Konzern zugleich beschuldigt, diese Ermittlungen aktiv zu behindern.

Die Enthüllung ist eine weitere schlechte Nachricht für Facebook, das bereits in den Fokus von 47 US-Bundesstaaten geraten ist. Einige der Staaten haben Ermittlungen gegen Facebook und andere große Technologieunternehmen eingeleitet. Die Hauptvorwürfe: Diebstahl von Verbraucherdaten und die bewusste Erhöhung von Werbepreisen.

Die Untersuchungen gegen Facebook sind Teil von Sondierungen größerer Technikkonzerne durch das US-Justizministerium, die Handelskommission sowie dem Rechtsausschuss des Repräsentantenhauses.

Bereits im Sommer zahlte Facebook Milliarden für Verfehlungen im Datenschutz

Die Untersuchung durch den Bundesstaat Kalifornien hatte tatsächlich bereits 2018 im Rahmen des Cambridge Analytica-Skandals begonnen. Im Laufe der Zeit wurden die Untersuchungen auf die Frage ausgedehnt, ob Facebook gegen kalifornisches Recht verstoßen hat, indem es unter anderem Benutzer täuschte, seine eigenen Richtlinien ignorierte oder Dritten einen breiten Zugang zu Benutzerdaten erlaubt hatte.

Facebook hatte die Daten von 87 Millionen Nutzern mit der inzwischen nicht mehr existierenden britischen Datenanalysefirma Cambridge Analytica geteilt. Zu den Kunden der Beratung gehörte unter anderem Donald Trump während seines Wahlkampfs im Jahr 2016.

Die Ermittler des kalifornischen Generalstaatsanwalts Xavier Becerra wollen inzwischen auch mit juristischen Mitteln erreichen, dass Facebook Informationen über den Zugriff von Entwicklern und anderen Dritten auf Daten und Änderungen der Datenschutzeinstellungen für das Soziale Netzwerk herausgibt.

"Wenn Facebook unseren berechtigten Ermittlungsanfragen nachgekommen wäre, würden wir diese Ankündigung heute nicht machen. Aber wir müssen unsere Untersuchung vorantreiben. Wir haben kaum eine andere Wahl", sagte Becerra.

Im Juli stimmte Facebook einem Vergleich mit der US-Handelsbehörde FTC über fünf Milliarden US-Dollar zu und versprach den Schutz der Benutzerdaten verbessern zu wollen.

flg/Reuters

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