Haderthauer-Nachfolger Umweltminister Huber soll bayerische Staatskanzlei leiten

Bayerns Ministerpräsident Seehofer hat nach dem Rücktritt seiner Staatskanzleichefin Haderthauer schnell Fakten geschaffen: Sein amtierender Umweltminister Huber soll den Posten übernehmen.
CSU-Politiker Marcel Huber (Archivbild): Zurück in die Staatskanzlei

CSU-Politiker Marcel Huber (Archivbild): Zurück in die Staatskanzlei

Foto: Felix Kästle/ picture alliance / dpa

Seine künftige Arbeitsstätte ist für ihn vertrautes Terrain: Der amtierende bayerische Umweltminister Marcel Huber (CSU) hat 2011 für einige Monate die Staatskanzlei in München geleitet, ehe er später die Verantwortung für das Umweltressort übernahm - jetzt holt ihn Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zurück.

Huber folgt damit auf Christine Haderthauer, die in die sogenannte Modellbau-Affäre verwickelt ist und am Montag ihren Rücktritt erklärte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Anfang August wegen Betrugsverdachts gegen die Politikerin.

Huber soll sein Amt bereits am kommenden Freitag antreten, wie die Staatskanzlei in einer Pressemitteilung erklärte. Darin wurde außerdem mitgeteilt, dass die Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf (CSU) neue Umweltministerin werden soll.

Im Unterschied zu Haderthauer ist Huber nicht über die Grenzen des Freistaats hinaus bekannt. Auch gilt er als völlig anderer Politikertypus: Während Haderthauer oft durch forsche Auftritte auffiel, gilt Huber als ruhig und sachlich. In seiner Heimat (Mühldorf am Inn) bewies er gleich zweimal, dass mit ihm zu rechnen ist: Sowohl bei der Landtagswahl 2008 als auch fünf Jahre später erzielte der promovierte Tierarzt das beste Wahlergebnis in ganz Bayern.

Die Personalien regelte Seehofer im engsten Kreis. Die CSU-Landtagsfraktion erfuhr erst rund eine halbe Stunde vor der offiziellen Pressemitteilung der Staatskanzlei von der neuen personellen Aufstellung. In einer E-Mail, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, entschuldigte sich Fraktionschef Thomas Kreuzer dafür, dass die Benachrichtigung der Fraktion auf diesem Wege erfolge, angesichts der sitzungsfreien Zeit befänden sich aber noch viele Parteifreunde im Urlaub.

Man habe die Entscheidung über die Nachfolge in der Staatskanzlei aber nicht bis zur nächsten regulären Fraktionssitzung verschieben wollen. "Staatskanzlei und Staatsregierung brauchen schnellstmöglich volle Handlungsfähigkeit. Zudem würde der öffentliche Eindruck einer 'Hängepartie' uns politisch sicher nicht nützen", schreibt Kreuzer in der E-Mail.

Der Katholik Huber beschäftigt sich in seiner Freizeit gern mit dem Bauen von Weihnachtskrippen. Das Hobby sei für ihn ein "meditativer Prozess", hatte er einst dem SPIEGEL gesagt.

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