Fall Kurnaz KSK-Soldaten bestreiten Vorwürfe

Die beiden Elite-Soldaten der Bundeswehr, gegen die wegen Misshandlung des Türken Murat Kurnaz ermittelt wird, bestreiten einem Zeitungsbericht zufolge die Vorwürfe. Kurnaz sei ihnen als Gefangener vorgestellt worden - mehr nicht. Kurnaz hatte die beiden jedoch auf Fotos identifiziert.

München - Die beiden Männer seien identisch mit zwei KSK-Soldaten, die bei internen Befragungen der Bundeswehr zugegeben hatten, mit Kurnaz in Kandahar zusammengetroffen zu sein, sagte der Tübinger Leitende Oberstaatsanwalt Walter Vollmer der "Süddeutschen Zeitung".

Gegenüber den Bundeswehr-Ermittlern hätten die beiden Beschuldigten bestritten, den nach Guantanamo verschleppten Kurnaz in Kandahar misshandelt zu haben. Sie hätten vielmehr angegeben, bei einer Einweisung in den Wachdienst in Kandahar hätten US-Soldaten ihnen an einem Zaun auch den gefangenen Kurnaz vorgestellt. Dieser habe mit den beiden Soldaten jedoch nicht reden wollen. Der eine der beiden KSK-Männer habe ihm noch zugerufen: "Du bist wohl auf der falschen Seite gelandet." Mehr Kommunikation habe es nicht gegeben.

Auf Fotos, welche ihm Ende Dezember in Bremen vorgelegt wurden, hatte Kurnaz nach Angaben der Staatsanwaltschaft die beiden KSK-Männer identifiziert. Oberstaatsanwalt Vollmer sagte der Zeitung, Kurnaz habe weiter erklärt, nach der Begegnung am Zaun sei er von den US-Soldaten zwischen mehrere Lastwagen geführt worden. Hier sei er erneut mit den beiden KSK-Soldaten zusammengetroffen.

Dabei habe ihn einer der beiden an den Haaren gepackt und mit dem Kopf auf den Boden geschlagen. Die beiden Soldaten, die weiter in der Bundeswehr Dienst tun, sollen laut Vollmer noch im Januar zum Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung im Amt vernommen werden. Kurnaz soll in der nächsten Woche vor den beiden Untersuchungsausschüssen des Bundestags aussagen.

reh/ddp

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