Rechter Terror Kölner Oberbürgermeisterin Reker warnt vor Verrohung der Gesellschaft

Sie überlebte den Messerangriff eines Rechtsextremen. Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke spricht Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker im SPIEGEL von einer "neuen Qualität" rechter Gewalt.

Henriette Reker
Michael Gottschalk/ AFP

Henriette Reker


Henriette Reker hat bestätigt, dass sie diese Woche eine Morddrohung erhalten habe. Es sei aber nicht die erste, seit ein rechtsextremer Attentäter sie im Jahr 2015 mit einem Messer lebensgefährlich verletzte, sagte die Kölner Oberbürgermeisterin dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

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Heft 26/2019
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Die jüngste Drohung ging nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ein. Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha erschossen worden. Unter dringendem Tatverdacht sitzt ein 45-Jähriger in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

Sie sei infolge der gegen sie gerichteten Drohungen "nicht beunruhigt", sagte Reker. Drohbriefe lese sie gar nicht, auch nicht hasserfüllte Internet-Postings gegen sie. Was sie beunruhige, sei, "dass sich etwas in unserer Gesellschaft verändert hat, dass sie verroht und Menschen bereit sind, Grenzen zu überschreiten".

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Am Tag ihrer Amtseinführung als Oberbürgermeisterin habe die Schriftstellerin Herta Müller ihr sinngemäß gesagt, erst gingen die Hassparolen spazieren, dann die Messer. "Das trifft es ziemlich gut", sagte Reker dem SPIEGEL. Den Mord an Lübcke nannte sie einen "Anschlag neuer Qualität", eine "ungeheuerliche Gewalttat". Offenbar gebe es mehr an rechter Gewalt, "als wir es für möglich hielten".

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agr



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