Drastische Preissteigerungen Familienministerin warnt vor wachsender Kinderarmut

»Es geht inzwischen um die Existenz«: Die Preise für Energie und Lebensmittel in Deutschland steigen deutlich. Familienministerin Lisa Paus macht das vor allem mit Blick auf die Kinder im Land Sorgen.
Familienministerin Paus: »Die Gefahr, dass die Kinderarmut zunimmt, ist groß«

Familienministerin Paus: »Die Gefahr, dass die Kinderarmut zunimmt, ist groß«

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IMAGO/Political-Moments

Wegen der drastischen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln befürchtet Bundesfamilienministerin Lisa Paus, dass mehr Kinder in Deutschland in Armut leben werden. Die Grünenpolitikerin sprach sich deshalb für weitere Entlastungen aus.

»Die Gefahr, dass die Kinderarmut zunimmt, ist groß«, sagte Paus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Deshalb müssen wir mit weiteren Entlastungen gegensteuern.«

Viele Menschen, gerade Familien mit Kindern, stünden wegen der Preisentwicklung »mit dem Rücken zur Wand«, sagte Paus. »Es geht inzwischen um die Existenz.«

Paus erneuerte ihre Forderung nach einer deutlichen Erhöhung des Kindergeldes, um Familien in Zeiten hoher Inflation zu helfen. Die von Finanzminister Christian Lindner (FDP) geplante Kindergelderhöhung hält die Familienministerin für unzureichend, um die Inflation auszugleichen. »Da müssen wir nachbessern.«

Lindner will das Kindergeld in zwei Stufen erhöhen und vereinheitlichen. Im kommenden Jahr soll es für das erste, zweite und dritte Kind monatlich je 227 Euro geben, ab dem vierten Kind 250 Euro. 2024 sollen die Sätze für das erste bis dritte Kind noch einmal angehoben werden – auf 233 Euro. Das Kindergeld beträgt aktuell je 219 Euro für das erste und zweite Kind, 225 Euro für das dritte und 250 Euro ab dem vierten Kind.

Bundeskanzler Olaf Scholz versprach am Mittwochabend erneut, in den kommenden Tagen ein weiteres Paket zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger gegen Inflation und hohe Energiekosten vorzustellen. Die bisherigen Beschlüsse der Ampelkoalition brächten den Menschen in Deutschland 30 Milliarden Euro, und noch nicht alles davon sei angekommen, sagte der SPD-Politiker bei dem Termin im brandenburgischen Neuruppin. Klar sei aber: »Da muss noch mehr passieren.« Darüber werde die Regierung »in den nächsten Tagen« entscheiden.

aar/dpa
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