Familienministerin Schröder will arbeitslose Männer zu Erziehern umschulen

Kristina Schröder will gegen die "Machokultur" vorgehen: Die Familienministerin möchte den Anteil von männlichen Erziehern in Kindergärten erhöhen - und Jungen damit von klein auf männliche Vorbilder geben. Arbeitslose Männer könnten nun verstärkt umgeschult werden.
Familienministerin Schröder: "Traditionelle Männerberufe werden immer weniger"

Familienministerin Schröder: "Traditionelle Männerberufe werden immer weniger"

Foto: ddp

Hamburg - Familienministerin Kristina Schröder will arbeitslose Männer in Erziehungsberufe locken. Statt in traditionellen Männerjobs sollen sie nach dem Willen der CDU-Politikerin künftig auch als Erzieher tätig sein. Sie plant, entsprechende Umschulungen gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit voranzutreiben.

Der bisher geringe Männeranteil beim Kindergartenpersonal soll so erhöht werden, sagte Schröder der "Zeit". In Brandenburg habe man damit gute Erfahrungen gemacht: "Da gibt es ehemalige Handwerker, deren Fähigkeiten heute Kitas nutzen. Diese neuen Erzieher werden sogar von anderen Bundesländern abgeworben."

Die "traditionellen Männerberufe, in denen es auf Kraft oder handwerkliche Fähigkeiten ankommt", würden immer weniger. Schröder plant dem Bericht zufolge daher auch einen bundesweiten "Boys' Day" an Schulen: An diesem Tag sollen männliche Schüler Berufe kennen lernen, die bislang hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden, etwa in Kindergärten, Grundschulen oder der Altenpflege. Einen "Girls' Day" gibt es bereits seit zehn Jahren.

Schröder

Der geringe Männeranteil in pädagogischen Berufen sei ein Grund für das schlechtere Abschneiden von Jungen in der Schule. "Ihnen fehlen damit realistische Vorbilder", sagte . Besonders bei jungen Migranten oder rechtsextremen Jugendlichen habe die Abwesenheit von Männern in der Erziehung eine "Machokultur" zur Folge, die im Extremfall Gewalt fördere.

kgp/ddp