Familienpolitik Bund und Länder sollen für künstliche Befruchtung zahlen

Ungewollt kinderlose Paare können auf staatliche Unterstützung hoffen: Nach Plänen von Familienministerin Schröder sollen Bund und Länder schon ab dem kommenden Jahr die Hälfte der Kosten für eine künstliche Befruchtung übernehmen. Die Gelder sind jedoch noch nicht freigegeben.
Will Paaren die Entscheidung fürs Kind erleichtern: Familienministerin Kristina Schröder

Will Paaren die Entscheidung fürs Kind erleichtern: Familienministerin Kristina Schröder

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Frankfurt am Main - Die Hälfte zahlt die Krankenkasse - die übrigen Kosten für eine künstliche Befruchtung müssen ungewollt kinderlose Paare selbst tragen. Für drei Versuche sind das bis zu 6000 Euro, ein vierter Versuch, der nicht mehr von der Krankenkasse unterstützt wird, kostet allein bis zu 4000 Euro.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will den Paaren künftig die Entscheidung für Kinder erleichtern: Im Gespräch mit der "FAZ" plädierte sie dafür, dass Bund und Länder schon ab kommendem Frühjahr die Hälfte der Kosten übernehmen, die bislang die Paare zahlen müssen.

Im Haushalt ihres Ministeriums seien dafür 10 Millionen Euro eingeplant, sagte Schröder der FAZ. Alles in allem rechne sie mit Kosten von bis zu 40 Millionen Euro. Das sei "wenig", sagte die Ministerin, wenn man bedenke, dass bei keiner anderen familienpolitischen Maßnahme der Zusammenhang zwischen Förderung und Ergebnis so eklatant sei.

Schon ab April kommenden Jahres könnten Paare nach den Plänen der Ministerin die Förderung erhalten. Noch sei der Betrag im Haushalt jedoch gesperrt, da über die Finanzierung in der schwarz-gelben Koalition noch gestritten werde, sagte Schröder. Die CDU-Politikerin zeigte sich dennoch zuversichtlich.

Bis zum Jahr 2004 waren die Kosten für eine künstliche Befruchtung vollständig von den Krankenkassen übernommen worden. Im Gespräch mit der FAZ rechnete Schröder vor, dass die Zahl der Geburten nach künstlichen Befruchtungen nach der Halbierung der Förderung von etwa 17.000 auf rund 8000 zurückgegangen sei.

usp/dpa/dapd