Familienpolitik Schröder will Ehegattensplitting reformieren

Familienministerin Schröder hat sich für Veränderungen in der Familienpolitik ausgesprochen. Im SPIEGEL kündigte sie an, das umstrittene Ehegattensplitting in eine Familienleistung umwandeln zu wollen. Allerdings will sie weiterhin auch traditionelle Lebensentwürfe fördern.

Ministerin Schröder: "auch unverheiratete Paare mit Kindern unterstützen"
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Ministerin Schröder: "auch unverheiratete Paare mit Kindern unterstützen"


Hamburg - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat sich dafür ausgesprochen, das Ehegattensplitting zu reformieren. Sie finde es richtig, dass der Staat die Ehe unterstützt. "Genauso sollte der Staat aber auch unverheiratete Paare mit Kindern unterstützen. Deshalb bin ich dafür, das Ehegattensplitting stufenweise zu einem Familiensplitting weiterzuentwickeln", sagte sie dem SPIEGEL.

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Heft 7/2013
Wie Überlastung zu Übergewicht führt

Schröder reagierte damit auf die aktuelle Debatte über die Wirksamkeit der deutschen Familienförderung. Ein SPIEGEL-Bericht hatte sie vor einer Woche neu angefacht. Demnach ist ein von der Bundesregierung eingesetzter Gutachterkreis zu der Meinung gelangt, dass Leistungen wie Kindergeld, Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung weitgehend wirkungslos bleiben.

Die Förderungen für Familien und Ehepaare beliefen sich im Jahr 2010 auf insgesamt rund 200 Milliarden Euro. Davon entfielen fast 20 Milliarden auf das steuerliche Ehegattensplitting, bei dem aus dem Gesamteinkommen eines Ehepaares die Einkommensteuer errechnet wird. Den größten Vorteil haben dabei Partner, bei denen einer viel und der andere nichts verdient. Kinder spielen dabei keine Rolle.

Den Bericht will Schröder (CDU) noch vor der Bundestagswahl veröffentlichen. "Die wesentlichen Ergebnisse werden im Frühsommer vorliegen, dann werden wir auch erste politische Schlüsse ziehen", sagte sie dem SPIEGEL. Damit reagiert sie auf die massive öffentliche Kritik der vergangenen Tage. Politiker der Opposition, aber auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatten gefordert, den Bericht möglichst rasch vorzulegen.

Im SPIEGEL distanziert sich Schröder von der Politik ihrer Amtsvorgängerin Ursula von der Leyen (CDU), die vor allem versucht hatte, berufstätige Mütter zu fördern: "Eine Familienpolitik, die nur darauf ausgerichtet ist, junge Mütter so schnell wie möglich Vollzeit an den Arbeitsplatz zurückzubringen, verkennt die Lebensplanung vieler junger Frauen. Lediglich 18 Prozent der Mütter mit minderjährigen Kindern wollen Vollzeit arbeiten. 61 Prozent wünschen sich Teilzeit, um Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können, und flexible Arbeitszeitmodelle." Sie fügte hinzu: "Ich bin nicht bereit, die Familienpolitik allein an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts und der Arbeitgeber auszurichten."

Sie wolle keinen "Gouvernantenstaat", der den Familien sagt, "wie sie zu leben haben, statt sie bei ihrer freien Entscheidung zu unterstützen".

ler

insgesamt 121 Beiträge
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Seite 1
coyote38 08.02.2013
1. Das Schröder mal wieder ...
Hat "das" Schröder nicht genug damit zu tun, "ganz, ganz böse deutsche Worte" aus Kinderbüchern zensieren zu lassen und sich im Sinne einer gender-gemainstreamten Political Correctness für die sprachlich-sexuelle Neutralisierrung Gottes stark zu machen ...? Von Familienpolitik sollte sie hingegen die Finger lassen. Da hat sie nämlich keine Ahnung von ...
akatsutsumi 08.02.2013
2. Steuererhöhung
Zitat von sysopAPFamilienministerin Schröder hat sich für Veränderungen in der Familienpolitik ausgesprochen. Im SPIEGEL kündigte sie an, das umstrittene Ehegatten-Splitting in eine Familienleistung umwandeln zu wollen. Allerdings will sie weiterhin auch traditionelle Lebensentwürfe fördern. Familienpolitik: Schröder will Ehegattensplitting reformieren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/familienpolitik-schroeder-will-ehegatten-splitting-reformieren-a-882240.html)
Da kommt eine Steuererhöhung für Familien mit mittlerem Einkommen.
Europa! 08.02.2013
3. Gefällt mir!
Zitat von sysopAPFamilienministerin Schröder hat sich für Veränderungen in der Familienpolitik ausgesprochen. Im SPIEGEL kündigte sie an, das umstrittene Ehegatten-Splitting in eine Familienleistung umwandeln zu wollen. Allerdings will sie weiterhin auch traditionelle Lebensentwürfe fördern. Familienpolitik: Schröder will Ehegattensplitting reformieren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/familienpolitik-schroeder-will-ehegatten-splitting-reformieren-a-882240.html)
Wieder einmal zeigt Frau Schröder, dass sie bereit ist, auf den aktuellen Diskurs einzugehen und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Nach 70 Jahren Stagnation ein wirklicher Fortschritt. Gefällt mir!
Forumkommentatorin 08.02.2013
4. Alleinerziehende
Ich finde, man könnte erwerbstätigen Alleinerziehenden die Steuerklasse 3 geben. Ich mit Stkl. 2 habe gerade mal ca. 18 Euro mehr als mit Stkl. 1. Okay, ich bekomme noch einen Steuerfreibetrag im Jahr und Kindergeld, aber ich glaube, Stkl. 3 wäre gerechter. Genau habe ich es aber noch nicht nachgerechnet. Vielleicht weiß jemand Genaueres?
SPViper 08.02.2013
5. Realität
Zitat von coyote38Hat "das" Schröder nicht genug damit zu tun, "ganz, ganz böse deutsche Worte" aus Kinderbüchern zensieren zu lassen und sich im Sinne einer gender-gemainstreamten Political Correctness für die sprachlich-sexuelle Neutralisierrung Gottes stark zu machen ...? Von Familienpolitik sollte sie hingegen die Finger lassen. Da hat sie nämlich keine Ahnung von ...
Endlich wird ausgesprochen was viele Frauen denken. Ist erstrebenswert nach kurzer Babypause wieder 4 0Stunden arbeiten zu gehen? Muss alles der Ökonomie untergeordnet werden? Ist vielleicht die Erziehung eines Kindes nicht die wahre Herausforderung und selbstbestimmter bzw. anspruchsvoller als die meisten Jobs????
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