Fanmeilen in Deutschland Terrorwarnung vor Champions-League-Finale

Tausende Menschen wollen am Abend beim Public Viewing das Champions-League-Finale erleben. Doch jetzt gibt es eine Terrorwarnung: BKA-Präsident Ziercke hat die Innenminister nach SPIEGEL-Informationen alarmiert, bundesweit erhöhen Sicherheitsbehörden den Schutz der Veranstaltungen.
Aufbau der Fanmeile am Brandenburger Tor: Warnung vom BKA

Aufbau der Fanmeile am Brandenburger Tor: Warnung vom BKA

Foto: Stephanie Pilick/ dpa

Berlin - Die Straße des 17. Juni in Berlin ist seit Tagen abgesperrt. Vor dem Brandenburger Tor ist eine Bühne mit einer Großbildleinwand aufgebaut, auf der am Abend das Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund übertragen wird. In weißen Zelten schenken Gastronomen Bier aus und bieten Würstchen an, HipHop-Beats schallen über den Pariser Platz. Das kollektive Feiern mit Hunderttausenden von Fans hat bei Großereignissen wie der Fußballweltmeisterschaft eine lange Tradition in der Hauptstadt. Bislang verliefen die Veranstaltungen stets friedlich.

Doch am Freitag informierte der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, die Innenminister von Bund und Ländern nach SPIEGEL-Informationen in einer vertraulichen Sitzung über einen Hinweis auf ein möglicherweise in Deutschland geplantes Terrorattentat. Mehrere Verdächtige planten demnach einen Bombenanschlag. Gefährdet, ergänzte Ziercke, seien unter anderem die diversen öffentlichen Veranstaltungen rund um das Endspiel um die europäische Fußballkrone. Bei den mutmaßlichen Tätern handele es sich um Islamisten.

Besucher der Spektakel müssen sich deshalb auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Die Berliner Polizei will den Zustrom zur zentralen Veranstaltung zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule genau beobachten und auffällige Taschen kontrollieren. Damit soll verhindert werden, dass Terroristen einen Sprengsatz in die Menschenmenge schmuggeln und zünden können. Ähnlich soll es bei anderen Großveranstaltungen im Bundesgebiet geschehen. Szenen wie beim Marathon in Boston Mitte April, als zwei Brüder aus dem Kaukasus Sprengsätze zündeten und mehrere Personen töteten, will die Polizei unbedingt verhindern.

Wie konkret die Warnung ist, blieb zunächst unklar. Allerdings sprach Ziercke gegenüber den Innenministern von einem "ernstzunehmenden Hinweis"; das BKA leitete einen Vorgang zur Gefahrenabwehr ein. Das BKA verfügt seit einigen Jahren über entsprechende Kompetenzen. Ähnliche Hinweise hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Der größte Teil hat sich im Nachhinein allerdings als falsch herausgestellt.