Nach Faber-Eklat FDP-Politiker Müller rückt als verteidigungspolitischer Sprecher nach

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Marcus Faber hatte sich im Verteidigungsausschuss über Kanzler Scholz mokiert – kurz darauf bot er seinen Rücktritt als Sprecher an. Nun haben die Liberalen Ersatz gefunden.
Der FDP-Abgeordnete Alexander Müller im Bundestag

Der FDP-Abgeordnete Alexander Müller im Bundestag

Foto: IMAGO/Christian Spicker

Erst am Freitag hatte Marcus Faber nach einer verpatzten Ausschusssitzung  seinen Posten als verteidigungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion angeboten. Nun rückt ihm der liberale Parteikollege Alexander Müller nach. Faber hatte sein Amt nach umstrittenen Äußerungen über einen Auftritt von Kanzler Olaf Scholz (SPD) im Verteidigungsausschuss niedergelegt.

Müller, der auch FDP-Obmann im Ausschuss ist, übernahm nun das Amt auf einen einstimmigen Vorschlag des Fraktionsvorstands hin, wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr.

Faber hatte mit drei Kollegen eine Sitzung des Verteidigungsausschusses am Freitag vor dem offiziellen Ende verlassen und kritisiert, Scholz habe eine Chance gehabt, sich zur Ukraine zu erklären. »Leider wurden viele Antworten nicht gegeben. Ich hoffe, dass wir dies nachholen können«, schrieb er anschließend auf Twitter und wiederholte seine Kritik an Scholz in einem TV-Interview.

Die Ausschussvorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) hatte Scholz eingeladen. Faber fing sich für seine Worte dann selbst scharfe Kritik aus den eigenen Reihen ein. Später ruderte Faber zurück und teilte mit, er habe wegen Anschlussterminen die Sitzung vorzeitig verlassen.

»Ungewöhnlich«

Strack-Zimmermann äußerte sich verwundert über Fabers Vorgehen. Gegenüber der »Rheinischen Post« wertete sie das Verlassen der Sitzung als »ungewöhnlich«. Sie fügte hinzu: »Ich gestehe, dass ich mit der Leitung der Sitzung beschäftigt war und das gar nicht mitbekommen habe.«

Noch am Abend bot Faber seinen Rückzug an. »Die Kommentierung des heutigen Verteidigungsausschusses war unangemessen und wurde dem Ernst der Lage nicht gerecht«, schrieb Faber auf Twitter. »Dafür entschuldige ich mich und werde meiner Fraktion am Dienstag, in ihrer nächsten Sitzung, anbieten, von meinem Sprecherposten zurückzutreten.«

mrc/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel