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26. April 2019, 16:51 Uhr

FDP-Parteitag

Lindner mit 86 Prozent wiedergewählt

Die angestrebte 90-Prozent-Marke konnte er nicht knacken: FDP-Chef Christian Lindner ist auf dem Parteitag mit 86,64 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt worden.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner ist mit großer Mehrheit im Amt bestätigt worden. Für den 40-Jährigen stimmten auf dem Parteitag in Berlin 86,6 Prozent der Delegierten. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Damit schnitt er schlechter ab als vor zwei Jahren, als er 91 Prozent erhielt. Bei seiner Wahl 2013 war er auf etwas mehr als 79 Prozent gekommen. Lindner sagte danach, dies sei ein tolles Ergebnis, das ihn motiviere, weiterzumachen.

Sein Stellvertreter Wolfgang Kubicki erhielt knapp 85 Prozent. Er lag bei der letzten Wahl noch vor Lindner. In der FDP hieß es, es handle sich um eine gewisse Normalisierung der Wahlergebnisse. Nicola Beer holte hingegen ein überraschend schlechtes Ergebnis. Nur 58,55 Prozent gab es für die Spitzenkandidatin für die Europawahl als Parteivize.

Lindner hatte vor der Wahl für seine 90-minütige Rede Applaus von den Delegierten geerntet. Darin kritisierte er die Grünen und die "Fridays for Future"-Bewegung. Diese argumentiere "hypermoralisch", sagte der FDP-Chef. Lindner warnte in seiner Rede auch vor Einschränkungen individueller Freiheiten im Namen des Klima- und Umweltschutzes.

"Wenn Verhältnismäßigkeit keine Rolle mehr spielt, wenn es nicht mehr eine Rolle spielt, auch Ziele wie Wohlstand oder individuelle Lebensführung zu sichern, dann ist das eine Form des ökologischen Autoritarismus", sagte er. "Wir werden alle Vegetarier und Veganer, wenn es nach denen geht", sagte er mit Blick auf die Grünen und insbesondere auf deren Vorsitzenden Robert Habeck.

Die Liberalen stellten die Ziele des Klimaschutzes nicht infrage. Aber um diese umzusetzen, bedürfe es einer starken Wirtschaft, die die Technologie dafür zur Verfügung stelle. Jeder könne natürlich klimapolitische Ziele formulieren, auch Jugendliche, sagte Lindner weiter. Aber zur technischen Umsetzung seien eben Profis nötig.

Für die nächsten Jahre gab Lindner das Ziel aus, dass sich die FDP eine "stabile Anhängerschaft" im zweistelligen Prozentbereich sichert. Außerdem sollten die Liberalen in allen Landtagen vertreten sein und im Bund ebenso wie in den Ländern Regierungsverantwortung übernehmen.

Obwohl Lindner bereits eineinhalb Stunden zu den Anwesenden gesprochen hatte, forderte eine Delegierte vor der Abstimmung über den Bundesvorsitz eine Vorstellung des Kandidaten. Lindner nahm es mit Humor und berichtete, sein erster Berufswunsch sei Bauer gewesen. Er sei aber "jetzt auch sehr zufrieden mit der Alternativverwendung als Bundesvorsitzender dieser Freien Demokratischen Partei". Der 70. Parteitag der Liberalen geht bis Sonntag.

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asc/dpa

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