FDP-Krise Leutheusser-Schnarrenberger attackiert Niebel

Für Generalsekretär Döring war das Dreikönigstreffen der FDP eine "runde Sache". Doch Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger sieht das anders: Sie kritisierte den Kabinettskollegen Niebel für seine Äußerungen zur Führungskrise der Liberalen.

Niebel: Kritik an seinem Auftritt beim Dreikönigstreffen
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Niebel: Kritik an seinem Auftritt beim Dreikönigstreffen


Berlin - Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger attackiert ihren Parteikollegen Dirk Niebel für dessen Aussagen beim Dreikönigstreffen der Liberalen. Als Mitglied in der FDP-Führung habe Niebel zwar auch seine Sorgen um die Partei zum Ausdruck zu bringen - es zähle aber in der Politik, was am besten für die Bürger sei, "und nicht, dass man seine Selbstbefindlichkeit darlegt". Eine solche Ausbreitung des Seelenlebens nach außen beschädige die Partei, sagte Leutheusser-Schnarrenberger im Bayerischen Rundfunk (Bayern 2).

Entwicklungsminister Niebel hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Kritik an Parteichef Philipp Rösler geäußert. Beim Dreikönigstreffen beklagte er dann am Wochenende öffentlich das Erscheinungsbild der FDP und rechnete mit der Führungsspitze der Liberalen ab.

Massive Kritik an Niebel kam auch von Lasse Becker, dem Vorsitzenden der Jungen Liberalen (JuLis). Er warf dem Minister auf Radio eins vom RBB "mediale Selbstbefriedigung" vor - die brauche "kein Mensch in dieser Partei". Becker weiter: "Dirk Niebel glaubt, dass Dirk Niebel eine gute personelle Alternative ist - aber ich glaube, außer Dirk Niebel glaubt das niemand in der Partei."

Der Chef des FDP-Nachwuchses rief aber auch die Führung der Liberalen insgesamt zur Disziplin auf: "Ich würde mir wünschen, dass sich endlich (Philipp) Rösler, (Rainer) Brüderle und vielleicht noch ein paar andere wie (Guido) Westerwelle und Schnarrenberger als Team vor der Bundestagswahl begreifen würden und gemeinsam für ein möglichst gutes Ergebnis kämpfen."

Ein ganz anderes Fazit des Dreikönigstreffens zog dagegen Generalsekretär Patrick Döring. Er lobte die Rede von Fraktionschef Rainer Brüderle als kämpferisch und die Ansprache von Rösler als grundsätzlich. "Das ist die Vielfalt, die auch unsere Wählerinnen und Wähler und Anhänger schätzen", sagte Döring am Montag im ZDF. "Ich kann manche kritische Bemerkung, die ich heute lese, nicht verstehen. Das war eine runde Sache", sagte er.

als/dpa/Reuters



insgesamt 26 Beiträge
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derpublizist 07.01.2013
1. Tolles Beispiel für den Psychologie-Unterricht
Was da gerade in der FDP abläuft, ist ein wunderschönes Beispiel für gruppendynamische Abläufe, die entweder am Ende zur Ausgrenzung einzelner oder zur Gruppenauflösung führen. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es zu viele Amateure in der FDP. Yuppies, Möchtegerne, Selbstdarsteller. Rösler war von Anfang an eine Fehlbesetzung, um den von Westerwelle in den Dreck gefahrenen Karren wieder herauszuholen. Rösler sollte sich medizinisch nachschule lassen und eine Landarztpraxis eröffnen.
memsaab 07.01.2013
2. Guten Morgen, FDP
Eine nette Runde, die da gesprochen hat. Ja, ich habe zugehört. Der eindeutig beste Redner war Herr Rülke. Fast eine Bewerbungsrede für höhere Ämter. Das Schaulaufen der anderen - naja. Homburger, das kleine Kämpferchen, Brüderle - mit dem gelben Kampfanzug, Rösler, der nette kluge Junge mit der leisen Stimme, hatte seinen Frosch zuhause gelassen. Und Herr Niebel? Der Herr Niebel, der machte seinem Herzen Luft. Und hier stimme ich Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu, das war nicht der richtige Moment, Kritik an Rösler zu äußern. Die Mannschaftsaufstellung ist das eine - und die ist nicht neu. Sollte er aus Baden-Württemberg irgendwas gelernt haben? Aber da wurde die Wahl zum Landesparteivorsitz auch auf nach der Bundestagswahl verschoben. Obwohl die Mannschaft hier auch nicht klar ist. Kommen da noch Überraschungen? Fänd ich gut.
rpsf 07.01.2013
3. Speichellecker
Wenn ich die Schleimspur sehe, die dieser Herr Döring hinter sich herzieht, wird mir speiübel. Die FDP gehört auf dem Müllhaufen der Geschichte!
Rio connection 07.01.2013
4. Niebel ist OK!
Da haben wir endlich wieder einen Kantenmann in der Politik. Der Typ ist streitbar, aber er packt an und zieht Dinge durch, die er fuer Richtig haelt. Heutzutage ist er damit den vielen Sesselfurzern schonmal eine Nasenlaenge voraus. Auch das er die Dinge beim Namen nennt finde ich sympatisch. Schade das er so unbeliebt ist...
mc6206 07.01.2013
5. Niebel und Westerwelle
Zitat von sysopGetty ImagesFür Generalsekretär Döring war das Dreikönigstreffen der FDP eine "runde Sache". Doch Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger sieht das anders: Sie kritisierte den Kabinettskollegen Niebel für seine Äußerungen zur Führungskrise der Liberalen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-krise-leutheusser-schnarrenberger-attackiert-niebel-a-876078.html
sind ursächlich schuld am Problem der FDP. Solange die beiden öffentliche Bundesämter bekleiden, ist die FDP unwählbar. Das Problem ist nicht Rösler sondern Niebel und Westerwelle.
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