Hohe Energiepreise FDP-Politikerin Strack-Zimmermann ruft zu Opferbereitschaft auf

»Wir müssen entschlossen entgegenstehen«: FDP-Politikerin Strack-Zimmermann fordert entschlossenes Handeln gegen Putin. Angesichts steigender Energiepreise richtet sie sich mit einem Appell an die Bürger.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Es gehe auch um das künftige Leben »unserer Kinder und Enkelkinder«

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Es gehe auch um das künftige Leben »unserer Kinder und Enkelkinder«

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Folgen des Ukrainekrieges sind in Europa spürbar. Nun hat die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann an die Deutschen appelliert, in der Auseinandersetzung mit Russland zu Opfern bereit zu sein. »Wir müssen Putin und den Diktatoren dieser Welt, die unser demokratisches Leben hassen und zerstören wollen, entschlossen entgegenstehen«, sagte die Verteidigungsexpertin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Das wird von uns allen auch persönlich Opfer erfordern, schwach sollten wir trotz alledem nicht werden.«

Es sei angesichts der hohen Energiepreise wichtig, die Menschen in Deutschland zu entlasten, die den Preisanstieg kaum stemmen könnten, erklärte Strack-Zimmermann. Ihre Bitte an die Bürgerinnen und Bürger sei es aber, die Lage realistisch einzuschätzen. »Wir alle haben nur ein Leben, und das will jeder von uns so schön und angenehm wie möglich gestalten. Aber es geht nicht nur um uns, sondern, ich bin jetzt auch mal pathetisch: Es geht auch um das zukünftige Leben unserer Kinder und Enkelkinder, die auch das Recht haben, so wie wir Jahrzehnte lang, in einem freiheitlichen und friedlichen Deutschland zu leben.«

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die folgende politische Auseinandersetzung mit dem Westen hat die Energiepreise gewaltig steigen lassen. Deshalb mehren sich nun Stimmen, die auf eine Abkehr von der angegriffenen Ukraine und ein Nachgeben gegenüber Russland hinauslaufen, um das eigene Wohlstandsniveau zu sichern.

Zuletzt hatte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki mit seiner Forderung nach einer Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream 2 Empörung ausgelöst. Auch innerhalb seiner eigenen Partei sorgte der Vorstoß für Ärger .

Kubickis Vorschlag sei »falsch und abwegig«, ließ FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner vergangene Woche über eine Sprecherin erklären. Auch andere FDP-Politiker gingen auf Distanz.

Der FDP-Vizechef hatte unter anderem in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom vergangenen Freitag gefordert, Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen – so, wie es Russland fordert. »Wir sollten Nord Stream 2 jetzt schleunigst öffnen, um unsere Gasspeicher für den Winter zu füllen«, verlangte er. Kubicki argumentierte, es sei »nicht unmoralischer«, russisches Gas auf diesem Weg zu beziehen als wie bisher durch die Pipeline Nord Stream 1.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Wolfgang Kubicki sei Vorsitzender der FDP. Tatsächlich ist er Vize-Chef der Bundespartei. Wir haben dies angepasst.

asc/dpa/AFP
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