Nach Wahlniederlagen FDP schlägt drastischen Sparkurs ein

Die Niederlagen bei der Europa- und der Bundestagswahl zwingen die FDP zum Sparen. Drastische Abstriche gibt es bei Sachkosten und dem Personal. Schatzmeister Hermann Otto Solms hofft nun auf Spenden.

FDP-Schatzmeister Hermann Otto Solms: "Bittere Einschnitte"
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FDP-Schatzmeister Hermann Otto Solms: "Bittere Einschnitte"


Berlin - Die FDP muss drastisch sparen. Nach den Niederlagen bei der Bundestagswahl im September und der Europawahl im Mai hat die Partei einen Sparkurs eingeschlagen. "Wir haben den Haushalt gegenüber 2013 um rund 30 Prozent gesenkt." Das sagte der Schatzmeister der Partei, Hermann Otto Solms, der "Welt am Sonntag".

Die Einsparungen beträfen zur einen Hälfte Sachkosten und zur anderen Personalkosten. "Das sind bittere Einschnitte. Aber es sind alle Maßnahmen bereits vollzogen", sagte Solms.

Nachdem die FDP im Herbst den Einzug in den Bundestag verpasst hatte, stürzte sie vor einer Woche auch bei der Europawahl ab. Bei einem Ergebnis von 3,4 Prozent verloren die deutschen Liberalen neun ihrer zwölf Mandate. Zugleich mussten sie auch bei den Kommunalwahlen Rückschläge hinnehmen. Allein in Nordrhein-Westfalen büßten sie mehr als 1000 Mandate ein.

Verzicht auf mehr als 90 Prozent der Arbeitskräfte

Für 2014 rechnet die FDP laut Solms mit Spenden von mehr als einer Million Euro. "Wir erhalten eine wesentlich größere Zahl kleiner Spenden als zuvor", sagte der Schatzmeister. Trotz des erheblichen Rückgangs der staatlichen Teilfinanzierung könne die Partei ihre Kredite tilgen. Für die Europawahl habe man Vorsorge getroffen. "Wir sind zu einer Änderung des Haushaltes dadurch nicht gezwungen."

In der FDP-Bundeszentrale in Berlin arbeiten dem Bericht zufolge inzwischen nur noch gut 20 hauptamtliche Mitarbeiter - vor einem Jahr waren es etwa 40. Durch den Wegfall der 93 Bundestagsmandate, der Fraktionsmitarbeiter, des Fraktionsapparats und durch die Einsparungen in der Partei müsse die Bundes-FDP auf mehr als 90 Prozent ihrer Arbeitskräfte verzichten. "Was vor einem Jahr 530 Leute gemacht haben, das machen jetzt etwa 30", zitiert die "Welt am Sonntag" einen Mitarbeiter.

kha/dpa/AFP

insgesamt 52 Beiträge
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Privatier 01.06.2014
1. Spenden? Nein! Die würden das Leiden vor dem Ende der FDP nur inhuman verlängern!
Zitat von sysopDPADie Niederlagen bei der Europa- und der Bundestagswahl zwingen die FDP zum Sparen. Drastische Abstriche gibt es bei Sachkosten und dem Personal. Schatzmeister Hermann Otto Solms hofft nun auf Spenden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-partei-muss-nach-wahlniederlagen-sparen-a-972776.html
Schlußendlich benötigt die FDP nichts weiter als Sterbegeld - nicht zuletzt um all ihre Spuren der politischen Hygiene zuliebe möglichst sorgfältig zu beseitigen. Wer jedoch dieser Partei immer noch gut gesonnen ist - bspw. aufgrund von gallopierendem Gedächtnisschwund bezüglich "frei-demokratischer" Wahlversprechen - mag selbstverständlich für die übrig gebliebenen Reste der Anti-Volksvertreter, die ihren gelben Wagen längst endgültig an die Wand gefahren haben, noch mildtätig sammeln: Eine Abwrackprämie. MfG
Marcus_XXL, 01.06.2014
2. Die FDP könnte noch mehr sparen und sich direkt auflösen.
Ihre Politik will niemand haben und das bezeugt das Wahlergebnis deutlich. Was nicht bedeutet, dass wir keine liberale Partei brauchen würden. Aber die FDP in der aktuellen Art, die braucht Deutschland nicht. Blindes Hurra zu allem, was nur eine Europa Fahne schmückt, gibts schon von den grossen Parteien genug. Ich denke, die FDP muss sich komplett erneuern und so lange sie dazu nicht bereit ist trauere ich (ein ex FDP Wähler) ihr keine Träne nach.
norman.schnalzger 01.06.2014
3. Fdp?
Was um Himmels Willen ist denn das?
alarich41 01.06.2014
4. Fehler
Was viele hier nicht bedenken: die FDP ist die Partei für Leute die selber denken und selber machen. Da können die meisten hier nicht mitreden
tom143 01.06.2014
5. Es lebe der Neoliberalismus -
- in der neoliberalistischen Partei
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