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07. August 2012, 18:17 Uhr

FDP-Spitze

Lindner schließt Wechsel nach Berlin für 2013 aus

In der FDP wird er als Nachfolger für den schwächelnden Vorsitzenden Philipp Rösler gehandelt. Doch nun hat Christian Lindner ausgeschlossen, für den Wahlkampf nach Berlin zu gehen. Er werde 2013 in NRW bleiben.

Düsseldorf - Er will in Düsseldorf bleiben. Der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Christian Lindner hat einen Wechsel 2013 nach Berlin ausgeschlossen. "Ich werde im Bundestagswahlkampf meinen Beitrag leisten - aber von NRW aus", sagte Lindner der "Westfalenpost".

Lindner war zuvor von dem schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki als geeigneter Nachfolger des umstrittenen Bundesvorsitzenden Philipp Rösler ins Gespräch gebracht worden. Kubicki hatte zuletzt über Lindner gesagt: "Er ist für mich der geborene neue Bundesvorsitzende." Für die Kritik an Rösler und seine Gedankenspiele über mögliche Koalitionen hatte der liberale Querkopf Kritik der Bundesspitze einstecken müssen.

Rösler ist bei den Liberalen äußerst umstritten. Kubicki sagte nun dem Online-Magazin "The European" zwar, man werde mit dem aktuellen Parteivorsitzenden in den Bundestagswahlkampf ziehen. Doch intern heißt es bei der FDP, laufe die Wahl in Niedersachsen im Januar 2013 schlecht, da sei Röslers Zeit an der Parteispitze vorüber.

Kubicki bekräftigte in dem Gespräch noch einmal, dass Lindner für ihn ein guter Vorsitzender wäre: "In Nordrhein-Westfalen hat er eindrucksvoll bewiesen, dass er Wahlen gewinnen kann."

Ex-Parteichef Gerhardt vermisst "überzeugenden Politikentwurf"

Ein Vorgänger Röslers stellte der Partei ein verheerendes Zeugnis aus. Der frühere FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt beklagte in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt": "Nichts läuft so richtig zusammen." Es fehle "ein überzeugender Politikentwurf".

Bevor sich die Partei in Debatten über eine Ampelkoalition verliere, sagte er in Anspielung auf Kubickis Äußerungen, müsse sie "zuallererst einmal ihre eigene Politik überzeugend beschreiben und mit Gewicht durchsetzen".

Der Vorsitzende der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung sieht für die FDP neue Chancen, weil nahezu alle anderen Parteien ihre Programmatik verschoben hätten, und zwar "im Trend weg von den Chancen der Freiheit, hin zum Umgang mit Ängsten. Sie befinden sich in einem Überbietungswettbewerb in Betreuungs- und moralischen Pathosbotschaften", schreibt Gerhardt.

fab/AFP/dapd

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