Designierte FDP-Generalsekretärin Teuteberg Die Neue

Die Ostdeutsche Linda Teuteberg soll FDP-Generalsekretärin werden. Mit ihr rückt eine Frau in die Spitze der Liberalen, die bislang vor allem auf dem Feld der Migrationspolitik von sich reden machte.

Linda Teuteberg und Christian Lindner
ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX

Linda Teuteberg und Christian Lindner

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Linda Teuteberg soll es bald für die Liberalen richten. Themen setzen, Impulse geben, Wahlkämpfe organisieren. Die 37-Jährige Juristin aus Brandenburg kandidiert für den Posten der Generalsekretärin. Ende kommender Woche soll sie auf dem Bundesparteitag ins neue Amt gewählt werden, so will es Parteichef Christian Lindner, der sie für dieses Amt vorgeschlagen hat. Dass ihr der neue Job viel abverlangen wird, daraus macht Teuteberg gar keinen Hehl. "Respekt habe ich sehr wohl vor dieser Aufgabe", sagt sie und fügt hinzu, "auch Demut".

Teuteberg steht an diesem Mittwochmorgen in der FDP-Bundeszentrale in Berlin neben ihrem Vorsitzenden. Kurz zuvor hat Lindner seine Entscheidung den Mitgliedern des FDP-Präsidiums in einer Telefonschalte mitgeteilt, wenige Tage vor den Osterfeiertagen, in einer innenpolitisch nachrichtenarmen Zeit wollte er die größtmögliche Aufmerksamkeit für diese Personalie.

Und eine kleine Überraschung ist der Name Teuteberg durchaus. Zwar war sie bis zuletzt noch unter den vier intern gehandelten Kandidaten. Doch in der engeren FDP-Führung hatte so mancher eigentlich mit Johannes Vogel gerechnet, dem Lindner-Vertrauten und nordrhein-westfälischen FDP-Generalsekretär, der bereits 2017 erfolgreich einen Landtagswahlkampf bestritten hat. Solche Erfahrungen hat Teuteberg nicht vorzuweisen. Lindner geht also durchaus ein Risiko mit ihr ein.

Teuteberg und Lindner
ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX

Teuteberg und Lindner

Allerdings blickt auch die Brandenburgerin trotz ihres noch relativ jungen Alters auf fast 20 Jahre aktiver Politik zurück: Kurz vor dem Abitur trat Teuteberg 1998 den Jungen Liberalen bei, zwei Jahre später der Brandenburger FDP, in deren schwierigem Landesverband sie so manche interne Intrige überlebte. Für die Brandenburger Liberalen trat sie schließlich als Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl 2017 an, die FDP erzielte dort ein achtbares Ergebnis von knapp über sieben Prozent. Schon bald machte sie in der neuen Bundestagsfraktion auf sich aufmerksam, in Hintergrundrunden und Pressekonferenzen fiel Teuteberg durch Sachkenntnis auf - ihr Name tauchte immer öfter auf, wenn es um höhere Aufgaben ging.

Als sich abzeichnete, dass die bisherige FDP-Generalsekretärin Nicola Beer die Spitzenkandidatin für die Europawahl werden würde, hatte Teuteberg rechtzeitig - auch gegenüber Lindner - Ambitionen auf das Amt erkennen lassen. Dennoch konnte sie lange Zeit nicht sicher sein, von ihm vorgeschlagen zu werden. Zu jung für die einen, zu ehrgeizig für den einen oder anderen in der Fraktion. Mitanwärter Vogel sei thematisch breiter aufgestellt, hieß es. Gegen ihn sprach wiederum, dass sich die FDP seit Längerem bemüht, den geringen Frauenanteil in Spitzenpositionen zu erhöhen.

Eine Schonfrist gibt es für Teuteberg nicht. Nicht nur, weil in diesem Jahr wichtige Wahlen anstehen. Schon beim ersten Auftritt in der Parteizentrale werden klare Positionierungen von ihr erwartet. Die Fragen der Journalisten nach dem "Geordnete-Rückkehr-Gesetz" von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) pariert Teuteberg routiniert, das Thema ist ihr vertraut, schließlich ist sie damit als migrationspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion befasst. Als es dann um Klimapolitik geht, weicht sie nicht aus, räumt aber ein, dies sei "noch nicht mein Schwerpunkt".

Lindner und Teuteberg
ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX

Lindner und Teuteberg

Die Entscheidung Lindners für Teuteberg wirkt auch wie eine Richtungsentscheidung. Auf dem schwierigen Feld der Migrationspolitik fiel Teuteberg durch Vorschläge auf, die auf eine Politik der klaren Kante hinweisen: So forderte sie kürzlich, die Liste der sicheren Herkunftsländer auszuweiten, gegenwärtig erfüllten 33 Staaten dieses Kriterium. Auch verlangte sie, dass abgelehnte Asylbewerber, die nicht mit den Behörden kooperierten, "grundsätzlich in zentralen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden" müssten.

Sie verbreitere das "thematische Portfolio in der engeren Spitze der Parteiführung", sagt Lindner, mit ihr stärke die FDP auch ihren Anspruch als "gesamtdeutsche Partei". Und ausdrücklich lobte er ihre bisherigen Äußerungen in der Migrationsfrage, sprach davon, dass "Weltoffenheit und Empathie" nicht im Widerspruch stehen müssten "zu Konsequenz und Rechtstaatlichkeit". Das sei genau die "Position der Mitte", die die FDP beanspruche zwischen den "Extrempositionen in der Migrationspolitik, also Abschottungsgedanken, oder einer naiven Form von Willkommenskultur und Multikulturalismus".

insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
freddygrant 17.04.2019
1. Wenn man solch ...
... eine integre Alibifrau in der Partei hat. Sie kann der neoliberalen, alten Garde in der FDP nur von Nutzen sein. Mal sehen ob dies hilft.
der-junge-scharwenka 17.04.2019
2. Katja Suding 2.0
OK, sie hat ein Thema. Eines. Es ist ein Thema von vorgestern. Vielleicht spielt es da, wo sie herkommt, bei den Leuten, die sich selbst klein nennen, noch eine Rolle. Aber ob das wirklich die Klientel ist, die sich vorstellen kann, FDP zu wählen? Der klassischen FDP-Klientel hingegen dürfte das Thema zumindest egal, wahrscheinlich sogar peinlich sein. OK, vielleicht nicht dem Inhaber der Zwei-Mann-Klitsche um die Ecke; jedenfalls im Mittelstand aber wird sie damit nichts reißen können. Ich glaube eher, Frau T. ist die Katja Suding 2.0: Gut aussehen, männliche Wähler anziehen und dann Klappe halten. Unser Hamburger Aushängeschild fährt damit jedenfalls seit Jahren ziemlich gut. Ich bitte, hier nicht missverstanden zu werden: Das ist nicht die Rolle, die Frauen nach meinem Verständnis in der Politik haben sollten. Dass es dennoch immer wieder einige mit diesem Schema versuchen, kann ich nicht ändern.
spon_8222818 17.04.2019
3. OSTdeutsche
Ich nehme an, dass Sie dieses im Bezug auf ihre geografische Herkunft meinen. Die gute Frau Teuteberg war bei der Wiedervereinigung Deutschlands gerade einmal acht Jahre alt. Wann hört diese Ossi/Wessi Unterscheidung endlich auf?
hansdampfabcdefgh 17.04.2019
4. Ach....
Brandenburg liegt in Ostdeutschland. Danke, dass ich das hier im Artikel detektivisch erfahren durfte!
rainerweber1 17.04.2019
5. Neue FDP Generalsekretärin Linda Teuteburg
war so zu erwarten - gute Wahl
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