Neue Beratergruppe Unternehmer gründen FDP-Netzwerk

Die Liberalen liegen in Umfragen gerade einmal bei zwei Prozent. Jetzt bekommt die angeschlagene FDP Unterstützung von Unternehmern. Sie haben ein Beraternetzwerk für die Parteiführung um Chef Lindner gegründet.
FDP-Parteivorsitzender Christian Lindner: Unterstützung von prominenten Unternehmern

FDP-Parteivorsitzender Christian Lindner: Unterstützung von prominenten Unternehmern

Foto: Lukas Schulze/ dpa

Berlin - "Netzwerk Liberale Agenda 2025" heißt die neue Gruppe, welche die FDP-Parteiführung um den Vorsitzenden Christian Lindner künftig beraten will. Der Personalberater Jochen Kienbaum und der Biotech-Investor Roland Oetker zählen unter anderem zu den Initiatoren.

Das manager magazin hatte bereits Anfang November über das parteiinterne Netzwerk berichtet, das vor allem Unternehmer und Spitzenmanager enger an die Partei binden soll. Demnach soll es die FDP mit programmatischen Ideen und bestenfalls auch neuem Führungspersonal sowie Spenden versorgen

Das neue Netzwerk besteht aus mehr als 40 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Am Dienstagabend fand in Dortmund die letzte von zwei Gründungsveranstaltungen statt, wie das manager magazin berichtet. Nach Angaben des Magazins haben sich neben Oetker, Spross der Oetker-Dynastie und Gründer der Vermögensverwaltung ROI, und Personalberater Kienbaum auch Ludwig Georg Braun (Ex-B.Braun-Vorstand, DIHK Ehrenpräsident) und Hans Michael Gaul (Ex-Siemens Aufsichtsrat) dem neuen Netzwerk angeschlossen. Es soll die kriselnde Partei künftig inhaltlich und personell unterstützen. Einzelne Mitglieder haben sich etwa bereit erklärt, für die FDP auf Veranstaltungen zu werben.

Bisher hat sich nur Marie-Christine Ostermann, Chefin des Lebensmittelgroßhändlers Rullko und zugleich FDP-Schatzmeisterin in Nordrhein-Westfalen, öffentlich zu der Gruppe bekannt. Sie sagte dem manager magazin im November: "Das sind alles Menschen, die sich wieder eine starke liberale Partei in Deutschland wünschen."

Liberalen-Chef Lindner sagte dem "Handelsblatt" : "Mir ist daran gelegen, neue Köpfe und Kompetenz aus der Praxis für die Arbeit der FDP zu nutzen." Die Partei ist seit dem Herbst des vergangenen Jahres zum ersten Mal in ihrer Geschichte nicht mehr im Bundestag vertreten. In Sachsen, Thüringen, Brandenburg flog sie bei den Landtagswahlen vor einigen Wochen raus. Damit ist die FDP auch in keinem ostdeutschen Landtag mehr zu finden.

Die Partei liegt in aktuellen Umfrage seit Monaten weit unter der Fünfprozenthürde: Im neuen Wahltrend von RTL und dem "Stern" erreicht die FDP zwei Prozent, die AfD, die in alle drei Landtage eingezogen war, sechs Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die Umfrage vom 24. bis 28. November 2014 2502 repräsentativ ausgesuchte Bürger.

heb

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