FDP Westerwelle weiter auf Welle 18

Trotz des Misserfolges bei der Bundestagswahl will FDP-Chef Guido Westerwelle an dem heftig umstrittenen "Projekt 18" festhalten.


Dauerträume mit der 18: FDP-Chef Guido Westerwelle
AP

Dauerträume mit der 18: FDP-Chef Guido Westerwelle

Berlin - Knapp eine Woche vor dem FDP-Bundesparteitag in Bremen sagte Westerwelle der "Bild am Sonntag": "Hinter der Zahl 18 steht eine Strategie, die unverändert gilt. Die FDP wendet sich nicht nur an die feine Etage der Gesellschaft, sondern an das ganze Volk." Das Wahlziel 18 Prozent stammt von dem inzwischen aus der Partei ausgetretenen früheren FDP-Vize Jürgen Möllemann.

Der FDP-Vorsitzende sagte in dem Zeitungsinterview, auch künftig werde die Partei mit ungewöhnlichen Auftritten wie bei der Fernsehshow "Big Brother" um Menschen werben, die der Politik den Rücken gekehrt hätten. Westerwelle kündigte an, er werde auf dem Parteitag "deutlich machen, dass diese Strategie untrennbar mit meiner Person verbunden ist." Die FDP werde sich "auch künftig ehrgeizige Ziele setzen. Ob das 18, zwölf oder 20 Prozent sein werden, entscheiden wir vor der nächsten Bundestagswahl."

Bei der Bundestagswahl am 22. September 2002 hatten die Liberalen lediglich 7,4 (1998: 6,2) Prozent statt der erhofften 18 Prozent erreicht. Danach hatte es innerhalb der Partei massive Kritik an der Strategie gegeben. In einem Beschluss von Bundesvorstand und Fraktion nach der Wahl hieß es: "Die Zahl 18 war nie Inhalt der Strategie, sondern Instrument."

Westerwelle war in den vergangenen Wochen in die publizistische Kritik geraten, weil sich die FDP auffallend wenig an der Zukunfts-Debatte um die sozial- und arbeitsmarktpolitische Agenda 2010 beteiligt hat.



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