Keine Quote Die FDP will mehr Frauen in Parteivorständen - durch eine Zielvereinbarung

Die FDP will keine starre Frauenquote - stattdessen will sie regionale Zielvereinbarungen treffen, um den weiblichen Anteil in der Partei zu erhöhen. Das hat der Bundesvorstand beschlossen.

Designierte Generalsekretärin Linda Teuteberg und FDP-Chef Christian Lindner
ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX

Designierte Generalsekretärin Linda Teuteberg und FDP-Chef Christian Lindner

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Mehr Frauen in Führungspositionen und mehr Mandatsträgerinnen, das will auch die FDP. Aber sie wollen eine starre Quote vermeiden. Deswegen führt die FDP nun sogenannte Zielvereinbarungen ein. "Dort, wo schon viele Frauen sind, kann die Zielvereinbarung besonders ehrgeizig sein. Anderswo müssen erst einmal Frauen als Mitglieder geworben werden", erläuterte die designierte Generalsekretärin Linda Teuteberg im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Zielvereinbarungen wurden am Donnerstag vom Parteivorstand beschlossen. Sie gelten für die Bundes-, Landes-, Bezirks-, Kreis- und Ortsverbandsebene in der FDP. Teuteberg soll beim am Freitag beginnenden Parteitag zur neuen Generalsekretärin gewählt werden und damit auf Nicola Beer folgen, die die FDP als Spitzenkandidatin in die Europawahl Ende Mai führt. Parteichef Christian Lindner stellt sich in Berlin erneut zur Wahl, ebenso die gesamte Führung.

Frauenanteil in der FDP ist schon lange sehr gering

Der geringe Frauenanteil in der FDP - derzeit nur 21,6 Prozent von 64.350 Mitgliedern- beschäftigt die Partei seit längerem. In einer eigenen Arbeitsgruppe wurde über ein Jahr lang über mögliche Auswege aus der Misere beraten. Auch die Frage, ob eine Quote eingeführt werden sollte, stand in der Diskussion, wurde aber letztlich verworfen. Auch viele Frauen waren dagegen, intern wurde sogar im Falle der Einführung einer Quote eine "Austrittswelle" weiblicher Mitglieder befürchtet. Die hatte kürzlich die noch amtierenden Generalsekretärin Nicola Beer, die die Arbeitsgruppe leitete, erklärt. Die Quote würde den Frauen in der FDP nicht gerecht, zudem würde sie von jüngeren Frauen in der Partei umso energischer abgelehnt, erklärte sie.

Nun sollen "Zielvereinbarungen" Abhilfe verschaffen und mehr FDP-Frauen in Führungspositionen und in die Parlamente bringen. Das Modell habe den Vorteil, flexibel und individuell auf die Gegebenheiten vor Ort eingehen zu können, sagte die designierte Generalsekretärin Teuteberg. Sie selbst geht mit der Quotenfrage offenbar entspannter um als manche andere Frauen in der FDP: Sie habe keine Angst, als Quotenfrau zu gelten, sagte sie auf eine entsprechende Frage im Interview mit der "Berliner Zeitung".

Die bayerische FDP hatte kürzlich auf einem Landesparteitag beschlossen, eine "Zielvereinbarung" umzusetzen: So sollen die Kandidatenlisten auf den ersten beiden Plätzen für die Bundestags- und Landtagswahl paritätisch mit je einem Mann und einer Frau besetzt werden. Zudem hatte die bayerische FDP sich darauf verständigt, dass der Anteil der Frauen in den Ämtern der Partei auf ein Drittel ansteigen soll.

Mit dpa



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FrankDr 26.04.2019
1.
an der Basis wird das Ganze überhaupt nicht gut gesehen . es ist als man bereits super schwer in einen Landesverband zukommen und Mann und bereits und, dass es als Frau reicht gerade aus laufen zu können um höhere Posten in der FDP zu bekommen weil man unbedingt den Frauenanteil erhöhen möchte. Das ist genau das Gegenteil von liberal und fördert auch nicht die Guten sondern nur Geschlechter
0x29a 26.04.2019
2. Überschrift
Nach diesem Beschluss gibt es in Deutschland also eine einzige Partei, die über die 5% Hürde kommt und nicht offen gegen Männer diskriminiert. Ob es euch gefällt oder nicht, die AfD ist hiermit die einzige Partei, die noch wählbar ist. Alle anderen machen gezielt Politik gegen mich nur weil ich die falschen Genitalien habe. Wundert euch nicht, wenn die Liberalen Wähler sich gezwungen fühlen sich mit rechten zu verbünden, wie es schon mal in der Weimarer Republik der Fall war. Die Mainstream Politik lässt keine andere Wahl.
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