Beispiel 1. Mai 2022 Linke und Grüne fordern Ausgleich für Feiertage am Sonntag

Fallen Feiertage auf einen Sonntag, haben Arbeitnehmer in Deutschland Pech gehabt. Einen Ausgleichstag, wie in anderen Ländern üblich, gibt es nicht. Das würden mehrere Parteien gern ändern.
Kalender (Symbolbild)

Kalender (Symbolbild)

Foto: Becker&Bredel / IMAGO

2021 war besonders bitter gewesen. Doch auch im laufenden Jahr macht der Kalender jenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die sich auf einen freien Tag im Frühling gefreut hatten, einen Strich durch die (Brückentags-)Rechnung.

Weil der 1. Mai in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, sprechen sich Politiker von Linken und Grünen dafür aus, Feiertage künftig nachzuholen. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, sagte der Düsseldorfer »Rheinischen Post«: »Jeder verlorene Feiertag bedeutet mehr Stress und weniger dringend benötigte Erholung von den Belastungen durch die Arbeit und die Pandemie.« Die Linke werde parlamentarisch tätig werden, »damit künftig keine Feiertage mehr ausfallen«.

Die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Beate Müller-Gemmeke, sagte der »Rheinischen Post«, es sei jetzt an der Zeit, gesellschaftlich darüber zu diskutieren, dass Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, nachgeholt werden können. Dies sei bereits in einer ganzen Reihe von Ländern der Fall. Ein Beispiel ist Australien, wo Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, automatisch einen freien Montag bedeuten.

Neu ist die Forderung nicht. Besonders laut wurde sie im vergangenen Jahr, als ungewöhnlich viele Feiertage auf ein Wochenende fielen: darunter der 1. Mai, der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober sowie die Weihnachtsfeiertage. Deswegen hatten sich Politiker verschiedener Parteien im Februar 2021 für Nachholtage ausgesprochen. Die Rede war damals von freien Tagen als »Corona-Bonus«.

Die Linksfraktion im Bundestag hatte bereits vor der Pandemie mehrfach Vorstöße für entsprechende Ausgleichsregelungen unternommen. 2018 wies sie in einem Antrag darauf hin, dass es in mehr als 85 Ländern Kompensationsregelungen für Feiertage gebe, die auf einen Sonntag fallen.

jok/dpa
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