Oben-ohne-Protest Femen-Frauen demonstrieren vor Kanzleramt

Die Polizei hat einen Femen-Protest vor dem Kanzleramt aufgelöst. Drei Aktivistinnen hatten die Freilassung von Mitstreiterinnen aus der Haft in Tunesien gefordert. Angela Merkel setzte sich bei einem Treffen mit ihrem tunesischen Amtskollegen für eine inhaftierte Deutsche ein.

DPA

Berlin - Es war ein Protest mit Ansage: Drei Aktivistinnen der Frauenrechtsgruppe Femen haben am Freitag barbusig vor dem Kanzleramt in Berlin demonstriert. Mit ihrer Aktion wollten sie auf das Schicksal von vier inhaftierten Mitstreiterinnen in Tunesien aufmerksam machen.

Zwei der Demonstrantinnen in Berlinhatten auf ihre Brüste die Vornamen der vier Gefängnisinsassinnen Josephine, Marguerite, Pauline und Amina geschrieben, deren Freilassung sie verlangen. "Merkel, befreie Femen", riefen die jungen Frauen. Nach Angaben der Polizei seien die drei keine deutschen Staatsbürgerinnen gewesen. Man habe die Protestierenden nicht festgenommen, prüfe aber ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht.

Zeitgleich traf Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt mit dem tunesischen Regierungschef Ali Larajedh zusammen. Dabei mahnte sie die Achtung der Grundrechte an. Nach eigenem Bekunden machte sie "deutlich, dass wir auf einen fairen und vernünftigen Umgang in rechtsstaatlichen Verfahren hoffen".

Sowohl die Kanzlerin als auch Larayedh betonten, keinen Einfluss auf die unabhängige Justiz des islamischen Staats nehmen zu wollen. Allerdings bat der tunesische Ministerpräsident auch darum, "diese Ereignisse nicht überdimensioniert" zu bewerten: Die Rechte der deutschen Femen-Aktivistin und ihrer zwei französischen Mitstreiterinnen blieben gewahrt, die bisherige Aufarbeitung des Falls sei "gerecht" verlaufen.

Merkel will sich für deutsche Studentin einsetzen

Josephine Witt ist eine Hamburger Studentin, die mit zwei Französinnen vor dem Justizpalast in Tunis barbusig gegen die Inhaftierung der 18-jährigen Femen-Aktivistin Amina Sboui demonstriert hatte. Alle drei wurden danach wegen "unzüchtigen Verhaltens" angeklagt und müssen mindestens bis zur Fortsetzung ihres Prozesses am kommenden Mittwoch hinter Gittern bleiben.

Die Tunesierin Sboui sitzt seit zwei Wochen in Haft, weil sie nahe des islamischen Friedhofs der Stadt Kairouan das Wort "Femen" auf eine Mauer geschrieben hatte, um gegen eine Versammlung von Salafisten zu protestieren.

syd/ler/AFP/AP

insgesamt 92 Beiträge
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Seite 1
c.coolman 07.06.2013
1.
Vorm Kanzleramt ist keiner guter Ort für solche Demos. Die Femens müssen dort auftreten, wo der Sexismus am größten ist, z.B. vor den Fankurven in Fußballstadien.
josh67 07.06.2013
2. Titel
Zitat von c.coolmanVorm Kanzleramt ist keiner guter Ort für solche Demos. Die Femens müssen dort auftreten, wo der Sexismus am größten ist, z.B. vor den Fankurven in Fußballstadien.
So viel zum Demonstrationsrecht! Es lebe der Polizeistaat!
masbate 07.06.2013
3. Brutal
Und wieder brutales Auftreten der Polizei.
choongaboonga 07.06.2013
4. optional
da würd ich gern ma `no schmeck.
Soilets 07.06.2013
5. optional
Gibts denn bei Femen wirklich nur Aktivistinen mit Köbchengröße A?
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