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23. Juli 2007, 14:42 Uhr

Filzvorwürfe in Bremen

Ex-Senatorin wird nicht Landtagsdirektorin

Peinliche Pleite für die neue rot-grüne Regierung in Bremen. Die nach dem Tod des zweijährigen Kevin zurückgetretene Sozialsenatorin Karin Röpke verzichtet nach massiver Kritik auf ihr neues Amt als Direktorin der Bürgerschaft.

Bremen – Die SPD-Politikerin Röpke gab ihren Verzicht heute bekannt. "Ein Festhalten am Posten würde nicht nur meine Person schädigen, sondern auch die Institution Parlament", erklärte die Ex-Senatorin. Sie habe die Wucht der Empörung offenbar unterschätzt.

Röpke: Ex-Senatorin verzichtet
DDP

Röpke: Ex-Senatorin verzichtet

Röpke war im Oktober 2006 als Sozialsenatorin zurückgetreten. Die Leiche des zu Tode gequälten Kevin war im Kühlschrank seines Ziehvaters gefunden worden. Das Kind stand unter Vormundschaft der Sozialbehörde.

Auf Wunsch von Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) war Röpke am Donnerstag vom Parlamentsvorstand mit der Mehrheit von SPD und Grünen zur neuen Direktorin gewählt worden. Sie sollte ihr Amt zum 1. August antreten.

Viele Bremer hatten in zahlreichen Leserbriefen etwa wegen Postenschieberei und Filz gegen die Wahl protestiert.

als/AP/dpa

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