Finanzkrise Steinmeier fordert Finanzaufsicht durch IWF

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat neue Mechanismen zur Lösung der Finanzkrise vorgeschlagen. "Wir brauchen eine Weltfinanzgruppe, eine erweiterte G8, um über eine Neuordnung der globalen Finanzbeziehungen zu reden", sagte der SPD-Politiker dem SPIEGEL.

Steinmeier sagte: "Dazu sollten neben den G-8-Staaten auch die kommenden Wirtschaftsmächte wie Brasilien, Indien, China mit gleichen Rechten und Pflichten gehören, vielleicht auch das eine oder andere Land aus dem arabischen Raum."

Zugleich sprach sich Steinmeier für die Schaffung einer "völlig neuen, globalen Finanzaufsicht beim Internationalen Währungsfonds" aus. "Der IWF ist das einzige etablierte Instrument mit breitem Verantwortungsbereich und hoher Autorität in den Märkten", sagte er.

Mit IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn habe er bereits darüber gesprochen. Steinmeier verteidigte das Krisenmanagement der Bundesregierung gegen den Vorwurf nationaler Alleingänge: "Jede Regierung muss derzeit zunächst da löschen, wo es brennt." Deutschland verschließe sich aber nicht "einer vernünftigen europäischen Koordinierung". Er lobte die "gute Teamarbeit" der Großen Koalition, warnte aber: "Wir werden nur bestehen, wenn es dabei bleibt."

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