Finanzpolitik Steinbrück rät Deutschen zum Sparen beim Urlaub

Peer Steinbrück schwört die Bürger auf den Sparkurs ein. In den "nächsten Jahrzehnten" müsse mehr Geld für Alter, Gesundheit und Pflege aufgebracht werden, kündigte der Finanzminister an. Notfalls müssten die Deutschen künftig auf Urlaubsreisen verzichten.

Hamburg - Die Menschen müssten sich darauf einstellen, "in den nächsten Jahrzehnten mehr Geld für Alter, Gesundheit und Pflege auszugeben", sagte Steinbrück der Zeitschrift "Hörzu". Der Minister hatte auch gleich einen konkreten Sparvorschlag auf Lager. "Wir müssen im Zweifel auf eine Urlaubsreise verzichten, um für später vorzusorgen", riet er.

Dass seine Vorstellungen unpopulär sind, ist Steinbrück bewusst. "Wenn Sie so was verkünden, können Sie öffentlich ganz schön verhauen werden", sagte er. Aber bei den Reformen im Gesundheitswesen, am Arbeitsmarkt, bei der Rente und den Unternehmensteuern gehe es um die Zukunft Deutschlands. "Wir müssen wieder stärker an unser Land und weniger an unsere Einzelinteressen denken", forderte der SPD-Mann. Es gehe darum, das Land wieder an die Spitze zu bringen.

Der Sparvorschlag, auf den Urlaub zu verzichten, ist nicht neu und brachte Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen kürzlich Ärger und Häme ein. In einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" hatte der CDU-Politiker gefordert: "Alle müssen sparen. Und sparen heißt, wenn ich in einer Familie kein Geld mehr habe, dann werde ich im nächsten Jahr den Auslandsurlaub verkürzen oder ganz auf ihn verzichten müssen. Und beim Kauf eines Autos kann man eben nicht mehr ein teures Modell nehmen, sondern ein preiswertes."

Im Kieler Landtag stießen die Ratschläge des Regierungschefs bei einigen Abgeordneten auf helle Empörung. "Die Sonne muss dem Ministerpräsidenten aufs Hirn geschlagen sein. Das Volk sollte ihm hitzefrei geben!", schimpfte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki.

als/AP/ddp

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