Früherer SPD-Politiker Florian Post tritt in CSU ein

In der SPD fiel Florian Post vor allem mit seiner Kritik an Olaf Scholz auf. Im August verließ er schließlich medienwirksam die Partei. Nun hat der frühere Bundestagsabgeordnete eine neue politische Heimat gefunden.
Florian Post bei einer Rede im Bundestag im vergangenen Jahr

Florian Post bei einer Rede im Bundestag im vergangenen Jahr

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Christoph Hardt / Future Image / IMAGO

Der ehemalige SPD-Politiker Florian Post hat eine neue Partei. Dem SPIEGEL bestätigte er, dass er in die CSU eingetreten ist. Zuerst hatte der »Münchner Merkur« darüber berichtet .

In seiner Begründung für den Wechsel rechnete Post erneut mit seiner einstigen Partei ab. »Die SPD setzt sich schon lange nicht mehr für Menschen ein, die unseren Wohlstand täglich aufs Neue erarbeiten«, teilte Post dem SPIEGEL mit. »Das sind die, die jeden Tag aufstehen, sich um ihre Kinder kümmern, hart arbeiten, sich aber auch über einen günstigen Flug freuen.« Diese Menschen hätten kein Verständnis für die neuen Rituale »wie Gendersternchen«, so Post.

Im August hatte Post nach 18 Jahren als Mitglied seinen Austritt  aus der SPD verkündet, verbunden mit massiver Kritik an der Parteispitze. Die SPD sei »für Menschen mit gewöhnlichen Alltagssorgen keine wählbare Partei mehr«, schrieb Post im Sommer in seinem zweiseitigen Abschiedsschreiben.

Nun nutzte er seinen Eintritt in die CSU erneut für Kritik an der SPD-Führung. »Ich kenne die SPD sehr gut. Die Funktionäre drehen sich zunehmend nur um sich selbst«, sagte er dem SPIEGEL. Da bleibe nur wenig Zeit für Gestaltung.

»Mir hat immer schon gefallen, wie unkompliziert der Umgang mit den CSU-Kollegen war.«

Mit Blick auf den Wechsel in die CSU lobte Post den guten Umgang innerhalb der Partei. »Mir hat immer schon gefallen, wie unkompliziert der Umgang mit den CSU-Kollegen war. Einer meiner besten persönlichen Freunde wurde Peter Ramsauer. Und in München ist es auch so, dass ich nicht nur einen kollegialen, sondern einen freundschaftlichen Umgang hatte«, ließ er den SPIEGEL wissen. Deutliche Kritik äußerte er hingegen am Ton innerhalb der SPD. »Natürlich wird in der Politik manchmal mit harten Bandagen gekämpft. Aber einen solchen Umgang wie in der SPD gibt es sicher nicht noch mal.«

Post galt bei den Sozialdemokraten als Parteirebell. Von 2013 bis 2021 saß er für die SPD im Bundestag. Dort fiel er vor allem durch scharfe Kritik an Olaf Scholz und Andrea Nahles auf. Der ehemaligen Parteichefin warf er 2019 vor, sie wolle nur ihren Kindheitstraum vom Fraktionsvorsitz ausleben. Post forderte damals, Nahles müsse zurücktreten.

Vor der Bundestagswahl im vergangenen Jahr kandidierte eine damalige Mitarbeiterin aus Scholz’ Ministerium im Wahlkreis gegen ihn, im Frühjahr 2021 verweigerte die bayerische SPD Post einen sicheren Platz auf der Landesliste. Zu einem Wahlkampfauftritt von Scholz in München wurde er nicht eingeladen.

Post entschied sich, nur noch für sich selbst zu kämpfen, machte eine Erststimmenkampagne. Trotz eines der besten Ergebnisse aller SPD-Direktkandidaten in Bayern verlor er anschließend sein Mandat.

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