Flucht und Vertreibung Steinbach-Gegner setzen auf Warschau
Hamburg - Die Expertenkommission, die von den Kultusministern Polens, Tschechiens, Ungarns, der Slowakei, Österreichs und Deutschlands eingesetzt wurde, einigte sich vorvergangene Woche auf einen gemeinsamen Plan. Dies wurde SPIEGEL ONLINE aus Regierungskreisen bestätigt.
In Warschau soll demnach ein Sekretariat für den Aufbau eines "europäischen Netzwerks" für die "Dokumentation und wissenschaftliche Aufarbeitung von Zwangsmigration und Vertreibung im 20. Jahrhundert" eingerichtet werden.
Das Sekretariat wird nach den Vorstellungen der Initiatoren an das Institut für Nationales Gedenken, das polnische Gegenstück zur deutschen Stasi-Akten-Behörde, angebunden. Seine Aufgaben würden von Fachleuten "relativ kurzfristig" konkretisiert, heißt es aus dem Büro von Kulturstaatsministerin Christina Weiss in Berlin. Voraussichtlich noch im Herbst könnte ein Symposium abgehalten werden, das die inhaltlichen Aufgaben des Sekretariats näher bestimmt.
Im Oktober wollen die sechs Minister erneut zusammentreffen und möglichst eine fertige Struktur präsentieren. Das Netzwerk, so der Plan, soll sich auch über EU-Mittel finanzieren.