Protest am Brandenburger Tor Flüchtlinge beenden Hungerstreik

Die Flüchtlinge am Brandenburger Tor setzen ihren Hungerstreikt nach zehn Tagen vorerst aus. Um ihren Forderungen nach Asyl und einer Arbeitserlaubnis Nachdruck zu verleihen, halten sie sich eine Fortsetzung offen.
Auflösung des Protestcamps vor dem Brandenburger Tor: Kirche bringt Flüchtlinge in Kreuzberg unter

Auflösung des Protestcamps vor dem Brandenburger Tor: Kirche bringt Flüchtlinge in Kreuzberg unter

Foto: Bernd Von Jutrczenka/ dpa

Berlin - Die Flüchtlinge am Brandenburger Tor in Berlin haben ihren seit zehn Tagen dauernden Hungerstreik vorerst beendet. Das provisorische Protestcamp werde gerade aufgelöst, sagte Berlins Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Samstag. Zuvor hatten Vertreter der Bundes-SPD, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und Kolat mit den Streikenden verhandelt. "Die Flüchtlinge setzen den Hungerstreik bis Mitte Januar aus", sagte Kolat. Ihre politischen Forderungen nach Asyl, Abschaffung der Residenzpflicht und einer Arbeitserlaubnis hielten sie aber aufrecht.

Das Bundesinnenministerium hatte Ausnahmeregelungen für die Flüchtlinge abgelehnt. Wer in Deutschland um Asyl und Flüchtlingsschutz bitte und tatsächlich schutzbedürftig sei, dem biete Deutschland auch Schutz, hatte ein Sprecher des Ministeriums dem Berliner "Tagesspiegel" gesagt. Dies entscheide sich aber im Asylverfahren, nicht auf Straßen und Plätzen.

Laut einem Bericht des rbb sollen die Flüchtlinge in einer kirchlichen Einrichtung in Berlin-Kreuzberg untergebracht werden. Die Situation für einige der Flüchtlinge am Brandenburger Tor, die das Essen und Trinken verweigert hatten, war am Samstag von der Organisation Asyl in der Kirche Berlin bereits als lebensbedrohlich eingestuft worden.

Die rund 30 Flüchtlinge waren vor etwa zehn Tagen aus Bayern nach Berlin gekommen. Vor dem Brandenburger Tor begannen sie nach Polizeiangaben eine Dauermahnwache. Die Flüchtlinge protestierten für ein Recht auf Asyl, gegen die Art ihrer Unterbringung und gegen die Residenzpflicht. Diese schreibt Asylbewerbern vor, den Landkreis, in dem sie registriert sind, nicht zu verlassen.

sun/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.