Bundeskriminalamt Asylunterkünfte weiter im Visier rechter Straftäter

Brandstiftungen, Sprengstoffanschläge, Nazi-Schmierereien - 665 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte hat das Bundeskriminalamt 2016 bisher gezählt. Beim Großteil der Fälle waren die Täter rechtsmotiviert.

Abgebranntes Hotel "Husarenhof" in Bautzen (Archivbild)
DPA

Abgebranntes Hotel "Husarenhof" in Bautzen (Archivbild)


Zwar ist die Zahl der Flüchtlinge, die neu nach Deutschland kommen, stark zurückgegangen - dennoch sind Asylunterkünfte weiterhin das Ziel rechter Angriffe. Im laufenden Jahr seien bisher bundesweit 665 Straftaten gezählt worden, die sich gegen entsprechende Unterkünfte richteten. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mit.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 waren 1031 Delikte registriert worden. Das waren bereits fünfmal mehr Taten als im Jahr zuvor.

In 613 Fällen - also bei der großen Mehrheit - seien rechtsmotivierte Täter für die Übergriffe verantwortlich gewesen. Das ist der Stand bis zum 1. August:

  • Die Behörde geht von 118 Gewaltdelikten aus, die die Unterkünfte trafen: darunter 55 Brandstiftungen, neun Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz und vier Fälle von Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion.
  • In 262 Fällen wurden Sachbeschädigungen begangen.
  • Bei 148 Propagandadelikten wurden zum Beispiel Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet.

Ende Juni hatte BKA-Chef Holger Münch bereits berichtet, der Anstieg der Zahlen sei zuletzt zwar etwas abgeflacht, Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht. Insgesamt gebe es ein "bedrohliches Ausmaß an rechter Gewalt". Etwa zwei Drittel der Straftäter seien vorher nicht aktenkundig gewesen.

vek/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.