Unterkünfte für Asylbewerber Bundeswehr bringt Hunderte Flüchtlinge in Zelten unter

Die Flüchtlingskrise wird zum Fall für die Armee: Die Bundeswehr will für mehr als 2000 Asylbewerber Gebäude und Zelte zur Verfügung stellen.
Zelt der Bundeswehr (Archivbild): Militärbehausungen für Asylbewerber

Zelt der Bundeswehr (Archivbild): Militärbehausungen für Asylbewerber

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Die Bundeswehr will dabei helfen, Tausende Asylbewerber in eigenen Unterkünften unterzubringen. Die Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hamburg erhielten demnächst 141 Zelte, heißt es in einer Mitteilung der Truppe . So solle die Erstaufnahme von 1120 Flüchtlingen gesichert werden.

Weitere tausend Flüchtlinge werden demnach in Bundeswehrgebäuden in Hamburg, Rotenburg an der Fulda und Augustdorf in Nordrhein-Westfalen untergebracht. Bundesweit stellt die Bundeswehr den Angaben zufolge dann 7290 Unterkunftsplätze für Asylbewerber bereit.

Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge reagiert auf die steigenden Flüchtlingszahlen: Mit vier neuen sogenannten Entscheidungszentren soll die Masse unbearbeiteter Asylanträgen abgebaut werden. Die Zentren sollen vor allem Verfahren von Irakern, Syrern und Eritreern abarbeiten, bei denen die Schutzquote bei knapp 100 Prozent liegt.

"In den Entscheidungszentren finden keine Anhörungen und kein Publikumsverkehr statt, sondern wir werden tatsächlich nur über die anhängigen Verfahren entscheiden", sagte Behördenchef Manfred Schmidt. Acht Wochen nach Start der Arbeit in den Zentren werde sich die Zahl der Entscheidungen spürbar erhöhen.

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Flüchtlinge in Deutschland: Kein Platz

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Ende Juni hatte die Behörde über nahezu 240.000 Anträge noch nicht entschieden. In Nürnberg habe das erste Zentrum bereits seine Arbeit aufgenommen, sagte Schmidt. Weitere Zentren sollen im Oktober in Berlin und Unna starten, der vierte Standort soll Mannheim oder Freiburg werden.

Im Streit um die Finanzierung der Verfahren und Asylbewerberunterkünfte erhalten Länder und Kommunen Unterstützung aus Berlin. Die SPD fordere seit Monaten eine strukturelle Entlastung der Länder und Kommunen, sagte der SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel. "Wir stehen vor einer der größten innenpolitischen Herausforderungen, die Deutschland aber auch gemeinsam bewältigen kann." Dazu müssten die Mittel des Bundes für die Flüchtlingshilfe mindestens verdoppelt werden, so Schäfer-Gümbel: "Nach einem Jahr Aufenthalt sollte der Bund die finanziellen Leistungen für Asylbewerber und Geduldete übernehmen."

Zuletzt hatte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) eine Kopfpauschale vom Bund gefordert. Für ein stärkeres Engagement des Bundes machte sich auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), stark. Die Flüchtlingshilfe für die Kommunen müsse auf mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr verdoppelt werden, sagte sie der "Rheinischen Post".

Bei den Verhandlungen mit dem Bund über die Flüchtlingsfrage können die Länder zumindest auf eine schnellere Entscheidung hoffen. Ein für den Herbst geplantes Bund-Länder-Treffen könnte auf September vorgezogen werden. Zur Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer nach einem Termin im September sagte Kanzleramtschef Peter Altmaier im ZDF-"Morgenmagazin": "Dafür sind wir sehr offen."

mxw/dpa
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