Flüchtlingskrise Mehrheit der Deutschen sieht innere Sicherheit bedroht

Steigt wegen der hohen Zahl an Flüchtlingen die Terrorgefahr? Die Mehrheit der Deutschen glaubt: ja. Laut einer SPIEGEL-Umfrage fürchtet mehr als jeder zweite Bürger um die Sicherheit im Land.
Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze: Reale Situation spricht gegen Terrorängste

Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze: Reale Situation spricht gegen Terrorängste

Foto: Armin Weigel/ dpa

Eine Mehrheit der Deutschen fürchtet, dass die große Zahl von Flüchtlingen die innere Sicherheit im Land gefährden könnte. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Forschung für den SPIEGEL glauben 54 Prozent der Bundesbürger, dass wegen des Zustroms die Terrorgefahr im Land steigt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die reale Situation spricht allerdings gegen solche Ängste. Unter den Hunderttausenden Flüchtlingen, die 2015 nach Deutschland kamen, gab es laut deutschen Behörden nur eine Handvoll Verdachtsfälle, wegen derer Ermittlungen aufgenommen wurden. Auch anderen europäischen Sicherheitsbehörden liegen bislang keine harten Fakten zu einer verdeckten Fluchtbewegung von islamistischen Gewalttätern vor.

Die Zahl rechter Gewalttaten nimmt hingegen dramatisch zu: 2015 registrierte das Bundeskriminalamt viermal so viele Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte wie im Jahr zuvor.

Umfrageergebnisse für den SPIEGEL: Ängste um innere Sicherheit

Umfrageergebnisse für den SPIEGEL: Ängste um innere Sicherheit

Foto: SPIEGEL ONLINE

Die Befürchtungen von Bürgern richten sich aber auch gegen andere Sicherheitsaspekte. Der Umfrage zufolge sorgen sich 51 Prozent, dass die Zahl der Straftaten zunehmen wird. 84 Prozent der Deutschen sind der Auffassung, dass die hohe Zahl von Flüchtlingen Deutschland nachhaltig verändert.

Zugleich unterstützt die Hälfte der Deutschen die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel von Anfang September, in Ungarn festsitzende Flüchtlinge nach Deutschland einreisen zu lassen. Nach der Umfrage für den SPIEGEL meinen 50 Prozent der Bundesbürger, dass der Beschluss richtig war. 42 Prozent halten ihn für falsch.

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