Flüchtlinge Familiennachzug von Syrern nach Deutschland ist überschaubar

Populisten behaupten oft, jeder allein reisende Flüchtling wolle mehrere Familienmitglieder nachholen. Nach SPIEGEL-Informationen hält sich der Nachzug von Angehörigen aus Syrien bislang aber in Grenzen.

Syrisches Mädchen in der Türkei
DPA

Syrisches Mädchen in der Türkei


Zwischen Januar und September 2016 erhielten lediglich 39.605 Angehörige anerkannter syrischer Flüchtlinge ein sogenanntes Familienzusammenführungsvisum. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus der Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Schriftliche Frage der Grünen hervor. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 4/2017
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Der größte Teil der Visa, fast 13.000, wurde in Istanbul erteilt, auch die Auslandsvertretung in Beirut beschied rund 9000 Anträge positiv, heißt es in dem Schreiben. Das ist zwar deutlich mehr als im Jahr 2015, aber weniger als weithin angenommen. "Die Zahlen zeigen, dass die Familienzusammenführungen von Syrern viel niedriger sind, als uns manche Demagogen öffentlich weismachen wollen", sagt der grüne Abgeordnete Özcan Mutlu, der die Anfrage an das Auswärtige Amt gestellt hat.

Flüchtlingsfeindliche Populisten sprechen häufig davon, dass jeder allein reisende Flüchtling vier bis fünf Familienmitglieder nachholen wolle. Nun gebe es "Fakten statt Hetze", sagt Mutlu.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hatte in einer internen Prognose Ende 2015 geschätzt, dass in den nächsten Jahren bis zu 500.000 syrische Flüchtlinge ihre Angehörigen nach Deutschland holen könnten.

Durch das im März 2016 in Kraft getretene Asylpaket II will die Bundesregierung den Familiennachzug deutlich begrenzen. Für Menschen, die nur einen sogenannten subsidiären Schutz in Deutschland genießen, wurde er für einen Zeitraum von zwei Jahren ausgesetzt - darunter fallen auch viele Syrer.

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akm



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