Berlin Erste Flüchtlinge wohnen im Ex-Flughafen Tempelhof

Mehr als 600 Flüchtlinge erreichen jeden Tag Berlin - die Stadt reagiert: Der frühere Flughafen Tempelhof wird zur Notunterkunft und soll es mindestens bis 2016 bleiben. Am Wochenende sind die ersten Menschen eingezogen.
Einrichtung des Hangars: Bundeswehrsoldaten halfen mit

Einrichtung des Hangars: Bundeswehrsoldaten halfen mit

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

Großprojekt der Nazis, Schauplatz der Berliner Luftbrücke, Veranstaltungsort - der Flughafen Tempelhof hat viele Verwandlungen hinter sich. Jetzt wird er zur Notunterkunft für Flüchtlinge: 2300 Menschen sollen in drei Flugzeuggaragen Unterkunft finden.

Zwei sind bereits genutzt: Hangar eins, in dem ausschließlich Familien wohnen, ist mit 660 Menschen voll belegt. In Hangar drei, der 840 Menschen fasst, sind am Sonntag die ersten Flüchtlinge eingezogen. Es handelt sich ausschließlich um Männer. Hangar vier soll Ende der Woche bezugsbereit sein. Dort soll es 800 weitere Schlafplätze geben, ebenfalls ausschließlich für Männer. Dann sei Tempelhof voll, sagte der Berliner Sozialsenator Mario Czaja (CDU).

Die drei Flugzeuggaragen sollen nach jetziger Planung mindestens bis zum nächsten Jahr als Notunterkunft dienen. In den übrigen Hangars sollen weiterhin Veranstaltungen stattfinden.

Laut Czaja erreichen aktuell täglich 600 bis 700 Flüchtlinge Berlin. 52.000 habe die Hauptstadt seit Jahresbeginn aufgenommen. "Irgendwann werden wir an die Grenzen geraten", so Czaja.

Er appellierte an Brandenburg, Berlin zu helfen. Man müsse zu einer gemeinsamen Lösung kommen und Flüchtlinge aus Berlin auch in leerstehenden Gebäuden im Nachbarbundesland unterbringen. In den ostdeutschen Ländern stünden schließlich eine Million Wohnungen leer.

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asa
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