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22. Mai 2019, 07:31 Uhr

Familiennachzug

Deutlich weniger Flüchtlinge holen Angehörige nach Deutschland

Die Zahl ist in den vergangenen zwei Jahren stark zurückgegangen: Im ersten Quartal 2019 kamen 7.402 Personen nach Deutschland. Die größte Gruppe kam zuletzt aus Syrien.

Aktuelle Daten des Auswärtigen Amtes zeigen, die Zahl Angehöriger, die zu Flüchtlingen nach Deutschland nachkommen, ist zwischen 2017 und 2019 deutlich zurückgegangen. Die meisten Menschen kamen aus Syrien.

Bekamen im ersten Quartal 2017 noch 17.322 Menschen aus den sechs Hauptherkunftsländern von Flüchtlingen ein Visum, waren es im ersten Quartal dieses Jahres nur noch 7402 Personen - obwohl mit Somalia mittlerweile sieben Hauptherkunftsländer in die Statistik eingingen.

Familiennachzug macht nur Bruchteil der Gesamtzahl Geflüchteter aus

Die größte Gruppe von mehr als 5000 Menschen kam zuletzt aus Syrien, mit großem Abstand gefolgt von Angehörigen aus dem Irak, Iran, Afghanistan, Eritrea, Somalia und Jemen. Die Zahlen umfassen laut Auswärtigem Amt nicht ausschließlich Angehörige von Flüchtlingen - es könnten auch ausländische Ehepartner von deutschen Staatsbürgern darunter sein. Den Familiennachzug können Ehepartner, minderjährige Kinder oder Eltern anerkannter Asylbewerber ebenso beantragen wie Deutsche oder Menschen, die hier wohnen.

Wenn man nicht nur die Hauptherkunftsländer von Flüchtlingen in den Blick nimmt, sondern alle Länder, wird deutlich, dass der Familiennachzug nur einen Bruchteil der Gesamtzahl ausmacht. So wurden im ersten Quartal weltweit 26.774 Visa zum Familiennachzug erteilt, davon 6966 an Angehörige anerkannter Asylbewerber, wie aus einer Auskunft des Auswärtigen Amtes an die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke hervorgeht.

"Der Familiennachzug zu anerkannten Flüchtlingen ist deutlich geringer, als uns die Bundesregierung immer weismachen wollte", sagte Jelpke. "Umso schlimmer, dass auf der Grundlage dieser falschen Prognosen erhebliche Gesetzesverschärfungen vorgenommen und tief in das Menschenrecht auf Familiennachzug eingegriffen wurde." Das Recht auf Familienleben müsse endlich wieder uneingeschränkt für alle schutzbedürftigen Flüchtlinge gelten, so Jelpke.

mst/dpa

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