Zuwanderungsdebatte Kardinal nennt CSU-Pläne unsinnig

Wenn Linke gegen die CSU wettern, überrascht das kaum. Jetzt aber kritisiert ein hochrangiges Mitglied der katholischen Kirche die Flüchtlingspolitik der Partei.

Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln
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Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln


Die CSU bekommt nach ihren umstrittenen Vorstößen beim Thema Zuwanderung Gegenwind aus unbequemer Richtung: Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Woelki, wirft der Partei eine Spaltung der Gesellschaft vor.

Mit den von CSU-Chef Horst Seehofer vorgetragenen Forderungen nach Obergrenzen für Flüchtlinge und einer Bevorzugung von Einwanderern aus dem christlich-abendländischen Kulturkreis trage die Partei zu noch größerer Polarisierung bei und betreibe das Geschäft der Rechtspopulisten von der AfD, so der römisch-katholische Theologe.

"Ich halte nichts davon, das nachzubeten, was andere falsch vorgedacht haben", sagte Woelki dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Wenn die CSU das Grundgesetz ernst nimmt, kann sie keine Obergrenze verlangen. Das lässt das Asylrecht nicht zu. Und das Asylrecht muss bleiben, wie es ist", sagte Woelki weiter. Daher "muss die unsinnige Diskussion über Obergrenzen aufhören".

mhe/dpa

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