Flüchtlinge Deutschland verweigert mehr Menschen die Einreise

An Deutschlands Außengrenzen werden immer mehr Flüchtlinge abgewiesen: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es einem Medienbericht zufolge 13.324 Menschen - im gesamten Vorjahr 8913.

Flüchtlinge in Passau (Archivbild)
DPA

Flüchtlinge in Passau (Archivbild)


13.324 Menschen ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres entweder an der Grenze oder an Flughäfen die Einreise nach Deutschland verweigert worden. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" und zitiert dabei aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag. Im gesamten Jahr 2015 hatte es demnach nur 8913 solcher Abweisungen gegeben.

Im September 2015 hatte die Bundesregierung auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise die Grenzkontrollen wieder eingeführt. Die meisten Menschen wurden dem Bericht zufolge an der deutsch-österreichischen Grenze abgewiesen, insgesamt waren es 10.629 im ersten Halbjahr 2016. Etwa jeder Vierte sei Afghane, gefolgt von Syrern und Irakern.

Auch die Zahl der Abschiebungen ist in diesem Zeitraum gestiegen. Wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht, wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 13.743 Menschen aus Deutschland abgeschoben, in den allermeisten Fällen auf dem Luftweg. Im gesamten Vorjahr waren es 20.888 und 2014 noch 10.884 gewesen.

Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, sagte der Zeitung, Deutschland handle unverantwortlich, wenn es Menschen zurück in den Irak oder nach Afghanistan schicke. "Im Grunde schickt man sie sehenden Auges ins Verderben."

aar/dpa/AFP

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