Asylbewerber De Maizière korrigiert Prognose der Flüchtlingszahl nach oben

Bislang ging das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge von 450.000 Asylbewerbern in diesem Jahr aus - doch es werden wohl mehr werden. Das kündigte Innenminister de Maizière an. Ihre Anträge sollen schneller bearbeitet werden.

Andrang vor der Erstaufnahmestelle in Eisenberg: Zahl nach oben korrigiert
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Andrang vor der Erstaufnahmestelle in Eisenberg: Zahl nach oben korrigiert


Deutschland muss sich in diesem Jahr auf deutlich mehr Flüchtlinge einstellen als bisher angenommen. "Ich muss die deutsche Öffentlichkeit darauf einstellen, dass die Zahl erheblich höher sein wird, als wir sie bisher vorhergesagt haben", sagte Innenminister Thomas de Maizière beim Besuch einer brandenburgischen Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt.

Bisher nannte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Zahl 450.000 als Prognose - so viele Asylbewerber sollten in diesem Jahr nach Deutschland kommen. Doch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verbreitete eine andere Zahl: "Wir steuern auf 600.000 und mehr zu", sagte der CSU-Politiker. Das wäre ein Anstieg um rund ein Drittel.

De Maizière wollte sich zu dieser Zahl nicht äußern. Er sagte, die Bundesregierung wolle am kommenden Donnerstag eine neue Prognose vorstellen. Seit Juni habe es einen großen Anstieg der Asylbewerberzahlen gegeben, sagte er. "Wir sind mit den Ländern im Gespräch."

Der CDU-Politiker plädierte dafür, Asylanträge bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung abschließend zu bearbeiten. Menschen, denen Asyl gewährt wurde, sollten anschließend auf die Kommunen verteilt werden, schlug de Maizière vor. "Das ist genau der Weg, den wir in ganz Deutschland gehen wollen."

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke warb dafür, die Verfahren in der Erstaufnahme abzuschließen. Flüchtlinge sollten auch länger als die bisher maximal möglichen drei Monate dort zu belassen werden. Für die Kommunen sei es wichtig, dass Verfahren abgeschlossen seien, wenn Asylbewerber kommen, sagte der SPD-Politiker.

Woidke - derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz - erneuerte die Forderung an den Bund, Ländern und Kommunen mehr Unterstützung zu geben. Mehr als 90 Prozent der Kosten entfielen auf die Länder und Kommunen. Dieses Verhältnis sei "auf Dauer nicht tragbar", sagte er. Dazu ist am 9. September ein Asylgipfel von Bund und Ländern geplant.

vek/dpa

insgesamt 99 Beiträge
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crimesceneunit 13.08.2015
1. müssen tun wir eigentlich gar nix, aber...
das Ganze scheint "mutti-mäßig" alternativlos zu sein. Bin gespannt, wie lange es noch gut geht und der Michel still hält?
kritischer-spiegelleser 13.08.2015
2. Mehr als Statistik kann er nicht
Wie viele müssen da uns noch überlaufen bevor unsere Politik einmal aktiv wird? Was soll denn mit den ganzen Leuten geschehen? Soll die Bevölkerung verdoppelt werden? Und wer bezahlt für Kost und Logis? Da muss doch jemand mal weiterdenken. Nur Jasagen zu den EU-Wünschen macht unser Land kapurtt!
Watschn 13.08.2015
3. Das was jetzt stattfindet...ist der Beginn einer andauernden Völkerwanderung...
Man kann die Bevölkerung nicht überfordern, inflationär u. gedankenlos mit profanen Schlagworten wie "Refugees Welcome" um sich werfen...., um dann ernüchternd feststellen zu müssen,....dass dies auch in Anspruch genommen wird. Und zwar von Millionen von "Flüchtenden" aus sicheren Ländern vom Balkan, wie auch aus grossen Teilen Asiens u. Afrikas welche nachvollziehbar...ein wirts. besseres Leben wünschen... Echte Asylberechtigte sind in verschwindender Anzahl darunter. Sogar aus kriegssicheren, unversehrten Teilgebieten Syriens, Iraks u. Libyens flüchten etliche Asylsuchende aus rein wirts. Gründen...., ...unter dem Schutzschild von "Kriegsflüchtlingen bzw. IS-Flüchtlinge"..., welcher alle Türen öffnet... Es sind Millionen unterwegs, welche eine Einwanderung nach Europa versuchen werden (nicht zuletzt durch hiesige falsche Toleranz, der polit. Unwilligkeit..der Trennung echten Asylsuchenden von Wirts.-Migranten, erquicklichen Geldleistungen, und von resultierenden Werben u. MundzuMund- PR bzw. via Handy-Propaganda...) ..So wird der Völkerwanderungssog logischerweise angeheizt u. unaufhörlich andauern.... Dieses - eh schon durch eigenes Versagen (€urodesaster, Überschuldete Staaten, fehlerhafte EU-Beitrittspolitik, Beitritt von nicht qualifizierten EU-Staaten wie Bulgarien u. Rumänien, nicht funktionierendes Schengen-Dublin, bzw. fehlsteuernde Asyl- u. Freizügigkeitsgesetzgebung) - in Schieflage geratene EU-Gebilde....kann aber unmöglich dauerhaft jährlich..Millionen von nicht asylberechtigten, unqualifizierten Einwanderern aufnehmen... Man wird final nicht umhin kommen, das Australische Modell (...wasserdichtes, stoisches, konsequentes Abweisen und Rückführen der Boote u. Menschenströme an die nordafr. u. türkischen Küsten) dauerhaft anzuwenden,...um diesen unhaltbaren Entwicklungen -....klar u. eindrucksvoll- ...Einhalt zu gebieten. Indes müssen sichere EU-Empfangsräume in gewohnter winterferner/-sicherer Umgebung (sanitär ausgestattete Flüchtlingslager unter UN-Mandat) in Anrainerstaaten wie der Türkei, Ägypten, Tunesien, Jordanien u. (mit finanz. EU/US/Golfstaaten-Hilfe bzw. UN-Hilfe) aufgebaut werden, wo EU-Asylempfangsstellen eingerichtet...u. die berechtigten Asylsuchenden dort ihren Antrag stellen u. auf vorläufige Zeit sicher verbleiben...können. Die nichtpraktikablen, nichtfunktionierenden EU-Abkommen Schengen/Dublin sind auszusetzen, zu sistieren u. schlussendlich ganz abzuschaffen, ..und die Grenzen endlich wieder zu überwachen. Evtl. wird es gar nötig sein...an heissen Brennpunkten die Grenzen mit Zäunen/Mauern u. gar Stacheldraht zu sichern...
infonetz 13.08.2015
4.
Wo kommt das Geld dafür her? Laut Behörden kostet ein Flüchtling im Monat 1.000 Euro. Bei 500.000 Flüchtlingen sind das 6mrd Euro im Jahr. Wann sagt die Bundesregierung mir als Bürger was uns das kostet denn darüber lese und höre ich nichts.
der-badener 13.08.2015
5. De Maizière korrigiert Flüchtlingszahlen
Weltfremd, Herr Minister! Mal kurz reinschnuppern ins Elend, wie gestern in Bayern. Dann plötzlich ein Statement für mehr Beamte erklären und sich dann wieder in seinen heimischen Bereich zurückziehen, wo das Thema, das Deutschland m.E. am meisten beschäftigt, weit weg ist. Die Bundesregierung hat in der gesamten Flüchtlingspolitik versagt! Und neue Beamte aus anderen Leistungsbereichen müssen auch erst mal eingelernt werden, das geht nicht von heute auf morgen! Die Kommunen stehen vor dem Kollaps und der Bund zieht sich auf seine Himmelswolke zurück! Den nächsten Wahlen sehe ich mit Schrecken entgegen!!!
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